[04.03.] Demonstration zum Frauen*kampftag 2017

// 20. Februar 2017 // Aktionen, Gender, Kommunales

Am 08. März ist Internationaler Frauen*kampftag. Ein feministisches Bündnis ruft in Göttingen zu einer Demonstration auf. Die GRÜNE JUGEND unterstützt das Bündnis und mobilisiert zur Demonstration. Diese wird schon am 04.03, den Samstag vor dem Frauen*kampftag, stattfinden. Beginn der Demonstration ist um 14 Uhr am Gänseliesel. Sie steht unter dem Motto: „Reclaim feminism – We are not fighting for flowers!“ Im folgenden findet ihr den Aufruf!

Reclaim feminism – We are not fighting for flowers!

Der 8. März ist offiziell der „internationale Frauentag“. Dieser Tag bedeutet für uns jedoch mehr, als die vermeintliche Gleichstellung nur zweier Geschlechter zu feiern und Blumen zu verschenken. Für uns ist dieser Tag der internationale FrauenLesbenTrans*-Kampftag. Es geht uns darum, gemeinsam Kämpfe gegen das Patriarchat und für Emanzipation und Selbstbestimmung zu führen. Lasst uns gemeinsam für sexuelle Selbstbestimmung kämpfen und für eine Welt ohne Sexismus und sexualisierte Gewalt.

Sexualisierte Gewalt ist Alltag! Der Kampf dagegen ebenso!
Ein allgegenwärtiges Problem unserer männlich dominierten Gesellschaft ist nach wie vor sexualisierte Gewalt. Laut einer BMFSFJ-Studie hat jede 7. „in Deutschland lebende Frau“ bereits „strafrechtlich relevante Formen“ sexualisierter Gewalt erlebt. Das zu eng gefasste Rechtsverständnis davon, was als Gewalt anerkannt wird, lässt eine hohe Dunkelziffer vermuten. Hinzu kommt, dass den Betroffenen sowohl im privaten Umfeld, als auch von Behörden oft nicht geglaubt wird. Umso wichtiger ist es, den Betroffenen von sexualisierter Gewalt Gehör zu verschaffen. Es sind nicht die Betroffenen, die Schuld sind, sondern diejenigen, die Gewalt ausüben! Menschen, die sich von der gesellschaftlichen „Norm“ unterscheiden, sind von spezifischen Formen sexualisierter Gewalt betroffen, z.B. Queer- , Inter*- oder Trans*- Personen, von Rassismus betroffene Personen und Menschen, die von der Gesellschaft be_hindert werden. Unterstützungsangebote müssen ausgeweitet und den spezifischen Belangen und Situationen von Betroffenen angepasst werden. Die Botschaft an alle Betroffenen sexualisierter Gewalt lautet: Ihr seid nicht allein!

Keine Vereinnahmung von Feminismus für rassistische Positionen!
Konservative, rechte und nationalistische Einstellungen sind in der Gesellschaft schon lange tief verankert und treten gegenwärtig vermehrt in Erscheinung. Dabei gehen rassistische, antifeministische, queer und trans*feindliche Positionen miteinander einher. Scheinbar widersprüchlich wird der Einsatz für die Verteidigung von „Frauenrechte“ für rassistische Stimmungsmache genutzt. Sexismus wird darin zu einem Problem der „Anderen“ gemacht und „nicht westliche Kulturen“ werden als rückständig und gewaltvoll abgewertet. Dabei wird ausgeblendet, dass auch in der vermeintlich fortschrittlichen, weiß-deutschen Gesellschaft Sexismus und sexualisierte Gewalt weit verbreitet sind und dass nicht nur „die deutsche Frau“ von sexualisierter Gewalt betroffen ist. Wir stellen uns gegen die Instrumentalisierung von sexualisierter Gewalt zur Rechtfertigung von rassistischen Positionen und Handeln!

Wir rufen dazu auf, am 4. März mit uns auf die Straße zu gehen. Wir kämpfen für ein Ende dieser alltäglichen patriarchalen Zustände, gegen sexistische und rassistische Gewalt, nationalistische Abschottungspolitik und für eine solidarische Gesellschaft.

Hinaus zum FrauenLesbenTrans*-Kampftag!

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