[PM]GRÜNE JUGEND Göttingen solidarisiert sich mit Stickeraktion zur Aufklärung über NS-Vergangenheit von Juristen

// 17. Mai 2019 // antifa, Kommunales, Pressemitteilungen

In den vergangenen Tagen wurden Sticker unter dem Titel „Furchtbare Juristen“ in der Georg-August-Universität Göttingen und vor allem in der Juristischen Fakultät verbreitet. Die Sticker klären über die Nazi Vergangenheiten von bekannten Juristen auf, unter anderem über Otto Palandt, Heinrich Schönfelder und Carl Schmitt. Mit diesen Juragrößen haben alle Jurastudierenden zu tun, oftmals ohne etwas über ihre NS-Vergangenheiten zu wissen. Sie werden ohne historische Einordnung in Vorlesungen empfohlen und ihre Zitate sind Voraussetzungen für Hausarbeiten. 

Dazu ein Mitglied der GRÜNEN JUGEND Göttingen: „Diese Juristen haben einen großen Teil zur nationalsozialistischen Ideologie beigetragen. Sie wirkten mit bei den Rassegesetzen, bei der „Blut- und Boden“Ideologie, etablierten das „Gesinnungsstrafrecht“ und sorgten dafür, dass die Justiz und die rechtswissenschaftliche Forschung dem „Führer“ widerstandslos folgte. Nach Ende des zweiten Weltkrieges arbeiteten viele von ihnen weiterhin in der Rechtsprechung und in der Forschung und prägten die BRD nachhaltig bis heute. Als Jurastudierende hat man davon überhaupt keine Ahnung, obwohl man täglich mit ihnen arbeitet.“
Es gab aus den Reihen von Studierenden, vor allem aus dem in Jura Fakultäten überpräsenten RCDS, Kritik an der Aktion. Eine „Sachbeschädigung“ könne den Kritiker*innen zufolge nicht durch die Aufklärung über NS Vergangenheit gerechtfertigt werden. 
Wir solidarisieren uns mit der Stickeraktion, da es Zeit ist, über die Verbrechen von den bekannten Juristen aufzuklären und endlich ein Bewusstsein für die verbrecherische Geschichte der deutschen Justiz zu schaffen. Eine Debatte über Sachbeschädigung anzufangen, ist eine Ablenkung von den eigentlichen großen Problemen der Rechtswissenschaft und sieht der rechts-konservativen Einstellung in der Rechtswissenschaft ähnlich. 

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