[24.11.] Solidaritätskundgebung mit der Ärztin Kristina Hänel

// 23. November 2017 // Aktionen, Gender

Am Freitag den 24.11.2017 steht in Gießen die Ärztin Kristina Hänel vor Gericht. Sie hatte auf der Homepage ihrer Praxis angegeben, dass sie neben anderen medizinischen Leistungen auch Schwangerschaftsabbrüche durchführt und entsprechende Informationen zu dem Thema verlinkt. Die Staatsanwaltschaft befindet dies für strafbar und begründet ihre Anklage mit dem Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche, das im §219a des Strafgesetzbuches geregelt ist.

Die Bereitstellung von (auch sachlichen) Informationen zu Möglichkeiten der Durchführung eines Schwangerschaftsabbruches und damit der Zugang zu eben diesen Informationen wird durch diesen Paragraphen verboten. Die Möglichkeit sich selbst zu informieren wird durch solches Unterbinden von Informationen massiv eingeschränkt. Dieser Umstand führt dazu, dass Schwangere, die einen Abbruch vornehmen lassen wollen, sich auf Empfehlungen während der gesetzliche verpflichtenden Beratung verlassen müssen. Der Gesetzgebende behält sich mit diesem Verbot vor, die schwangere Person in ihrer Position machtlos zu belassen und ihren Handlungsspielraum zu kontrollieren. Schwangere können nicht eigenständig wählen wie und von wem der Eingriff vorgenommen werden soll, wenn sie bei ihrer eigenen Recherche nicht herausfinden können welche Optionen sie haben. Nur durch den freien, uneingeschränkten Zugang zu Informationen können Schwangere ihr Recht auf körperliche Selbstbestimmung in vollem Umfang wahrnehmen!

Deshalb solidarisieren wir uns mit Kristina Hänel und protestieren am Freitag, den 24.11.2017 um 12 Uhr am Nabel für die Abschaffung von §219a und für uneingeschränkte Informationsfreiheit für Schwangere.

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