Unser Selbstverständnis – Basisdemokratisch und Offen

// 19. September 2012 // Allgemein

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„Die Landesregierung und der Innenminister lassen sich von der GRÜNEN JUGEND Göttingen kein Ultimatum stellen.“ – Boris Pistorius, Innenminister Niedersachsens, am 12. Mai 2014.

GRÜNE JUGEND = Parteijugend = Regierungsjugend? Auch wenn – und gerade weil! – in Niedersachsen eine rot-grüne Koalition regiert, bleiben wir unabhängig und kritisch!

Selbstverständnis der GRÜNEN JUGEND Göttingen in Einfacher Sprache

Im Zuge unseres Anspruches an uns selbst, eine basisdemokratisch organisierte Gruppe zu sein, lehnen wir Hierarchien (auch informelle) ab. Es gibt keine Ämter und alle, die zu uns kommen, besitzen die gleichen Mitspracherechte. Das gilt für alle Menschen, ab dem ersten Treffen bei dem sie anwesend sind. Wobei es völlig in Ordnung ist, sich erstmal etwas zurückzuhalten, wenn mensch neu in die Gruppe kommt und noch etwas unsicher ist. Gerade am Anfang bestehen meistens Wissenshierarchien, die einer aktiven Beteiligung leider oft im Wege stehen. Wir versuchen jedoch, diese nach unseren Möglichkeiten abzubauen. Wir treffen Entscheidungen ausschließlich nach dem Konsensprinzip, das heißt einstimmig. Wenn auch nur eine Person ein Veto ausspricht, wird so lange diskutiert, bis wir zu einer Einigung kommen, mit der alle leben können. Manchmal ist es vielleicht nicht möglich, eine Entscheidung zu treffen, hinter der alle zu 100% stehen. Aber Konsens heißt für uns auch, Entscheidungen akzeptieren und kleine Kompromisse eingehen zu können. Wichtig ist, dass alle die Entscheidung grundsätzlich mittragen und sich nicht übergangen fühlen.

Unsere Utopie ist eine Welt, in der wir frei von Machtverhältnissen selbstbestimmt leben und gestalten können. Basisdemokratische Strukturen können die Möglichkeit bieten, einer solchen Form des Zusammenlebens näher zu kommen.
Den basisdemokratischen Anspruch stellen wir deshalb nicht nur an unsere Gruppe, sondern streben auch gesamtgesellschaftlich eine breitere Anwendung entsprechender Strukturen an.
Basisdemokratie bedeutet für uns, dass alle Menschen, die von den Auswirkungen einer Entscheidung betroffen sind, auch selbst die Möglichkeit haben sollten, sich an der Entscheidungsfindung zu beteiligen. Anstelle von Politik durch Funktionär*innen, die dann von der Basis abzunicken ist, bevorzugen wir Politik von “unten”, weswegen die Zusammenarbeit mit anderen linksradikalen und ausschließlich außerparlamentarisch arbeitenden Gruppen für uns sehr wichtig ist. Wir arbeiten auf der einen Seite innerhalb der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Strukturen, um lebensnahe Veränderungen zu erreichen. Gleichzeitig entwickeln wir aber auch Utopien und versuchen außerhalb dieser Strukturen zu wirken, denn unser Ziel ist eine solidarische und ökologische Welt, die nicht auf kapitalistischem und nationalstaatlichem Denken und der damit einhergehenden Abgrenzung und Konkurrenz zwischen Menschen und der Zerstörung der Umwelt basiert.

Wir sind eine feministische Gruppe. Konkret bedeutet das für unsere politische Arbeit, dass wir Frauen* besonders empowern und stärken möchten, da diese in der Gesellschaft oft zu Zurückhaltung und Passivität erzogen und angehalten werden. Wir möchten in unserer Gruppe gezielt Räume für eine aktive Beteiligung für weiblich sozialisierte Menschen schaffen, beispielsweise durch die harte Quote, welche darauf achtet, dass immer nur so viele Männer wie Frauen* reden. Damit wollen wir verhindern, dass die Arbeit und Politik unserer Gruppe durch männlich sozialisierte Menschen dominiert wird. Die Quote ist für uns nur ein Instrument und Mittel auf dem Wege zu einer Gleichstellung.
Wir möchten ebenfalls Raum für Menschen bieten, die sich nicht in die Kategorien „männnlich und weiblich“ einordnen. Wir verstehen uns als queerfeministische Gruppe und streben die Dekonstruktion des sozialen Geschlechts und der daran gefesselten Rollenbilder an. Es gibt dabei unterschiedliche Positionen innerhalb unserer Gruppe. Es gibt die Position, dass auch die Dekonstruktion des (sogenannten) biologischen Geschlechtes angestrebt werden soll, während andere dies für problematisch bzw. nicht möglich halten. Solange die Kategorien „männlich und weiblich“ jedoch existieren, bennenen wir sie gezielt, um Hierarchien und Ungleichheiten aufzuzeigen und zu thematisieren.

Mehr über unser feministisches Verständnis findet sich hier und hier.

Die GRÜNE JUGEND Göttingen sieht sich als offene Gruppe. Wer zu uns kommt, muss weder Mitglied bei den Grünen noch in der GRÜNEN JUGEND sein oder werden, sondern nur Lust auf junge, grüne und linke Politik haben. Wir haben keine Satzung, lediglich gemeinsame Grundsätze wie z. B. Basisdemokratie und die konsequente Ablehnung von Rassismus, Sexismus, Kapitalismus \& Nationalismus etc. Die einzige Beschränkung, die wir haben, ist eine Altersbegrenzung auf 28 Jahre. Da bei uns die Mitgliedschaft im Landesverband nicht nötig ist, um aktiv werden zu können, halten wir nicht dogmatisch an dieser Altersbegrenzung fest. Wir erachten sie aber für sinnvoll, da die GRÜNE JUGEND Göttingen eine Gruppe sein soll, die junge Politik macht, ohne dass diese durch “alte Platzhirsche” dominiert wird.

Auch bei den Themen, die wir behandeln, versuchen wir stets, offen für neue Anregungen zu sein. Wir haben natürlich Arbeitsschwerpunkte (die Tagcloud rechts bietet da einen guten Überblick), die den Hauptteil unserer Kapazitäten beanspruchen. Wenn sich die Gruppenzusammensetzung ändert, können sich aber auch die Schwerpunkte der Gruppentätigkeit verändern, denn jede*r Aktive bringt unterschiedliche Interessensschwerpunkte mit. Was die GRÜNE JUGEND Göttingen macht, hängt also auch von dir ab.

Komm vorbei, werde aktiv!

GRÜNE JUGEND Göttingen im Juli 2015

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