Besuch der KZ-Gedenkstätte Moringen

// 1. Dezember 2013 // Aktionen, antifa, Antirassismus

Der im Rahmen der Alternativen O-Phase geplante, aber kurzfristig abgesagte, Besuch der KZ-Gedenkstätte Moringen wird jetzt nachgeholt. Neuer Termin ist der 14.12.2013. Treffpunkt & Zeit: 11 Uhr (bitte pünktlich kommen!), Bahnhof Göttingen. Zurück in Göttingen sind wir voraussichtlich gegen 16 Uhr.

Die Busfahrt kostet circa 8 €, mit Gruppenticket ist es billiger. Die Führung kostet 2 € pro Person.

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Ankündigungstext aus der Alternativen O-Phase:

Fahrt zur Gedenkstätte des KZ Moringen.

Das Lager: Nichts hat einen größeren Symbolcharakter für die historisch einzigartigen Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschlands. Insgesamt 42.500 Lager hat es nach dem jetzigen Stand der Forschung gegeben, darunter viele Tausend in Deutschland selbst. 15 bis 20 Millionen Menschen wurden in diesen ermordet. Nicht alle dieser Lager erreichten den Bekanntheitsgrad von Auschwitz-Birkenau, Buchenwald oder Dachau. Teil des nationalsozialistischen Lagersystems waren sie trotzdem, auch in ihnen wurden Menschen, die nicht dem nationalsozialistischen Ideal entsprachen, eingesperrt, gequält und ermordet.

Das mitten im Ortskern von Moringen gelegene Konzentrationslager ist eines von ihnen. Nur knapp 30 Kilometer von Göttingen entfernt, wurden im KZ Moringen auch Göttinger Kämpfer*innen des kommunistischen Widerstandes gegen NS-Deutschland, wie etwa Gustav Kuhn oder Lieschen Vogel, interniert. Die vom berüchtigten Rassenhygieniker Robert Ritter angeregten Zwangssterilisierungen von als “krankhaft entarteten” und als “geistig defekt” eingestuften jugendlichen Insassen des KZ Moringen, wurden in der Universitätsklinik Göttingen durchgeführt. Und zwar unter der Ägide von Rudolf Stich, dem Leiter der Chirurgischen Klinik. Dieser ist bis heute Ehrenbürger der Stadt Göttingen, auch eine Straße ist noch nach ihm benannt. Das KZ Moringen ist also auch ein Teil der Geschichte Göttingens und ihrer Universität.

Heute ist in einem Teil der noch erhaltenen Gebäude eine KZ-Gedenkstätte eingerichtet, die von dem 1989 gegründeten Verein „Lagergemeinschaft und Gedenkstätte KZ Moringen e. V.“ betrieben wird.

In der Führung durch die KZ-Gedenkstätte wird die Geschichte des KZ Moringen beleuchtet, das nacheinander als Männer-, Frauen-, und Jugend-KZ diente. Beleuchtet werden aber auch die Widerstände der Dorfbevölkerung, die in Moringen überwunden werden mussten, bis eine adäquate Form der Gedenkkultur überhaupt realisierbar war. Die, durch die Lage des KZs, der ganzen Dorfbevölkerung bekannten Verbrechen wurden lange lieber verdrängt als thematisiert. Auch in Moringen wurde also der Mythos der von den Gräueltaten der Nazis nichtsahnenden und unbeteiligten -und damit absolut unschuldigen- Deutschen eine lange Zeit erfolgreich aufrechterhalten.

In und um Moringen herum, im Landkreis Northeim, gibt es heute eine virulente Neonaziszene. Anfang 2013 kam es auch zu faschistischen und geschichtsrevisionistischen Schmierereien an der KZ-Gedenkstätte selber. Das zeigt, dass der Schwur der überlebenden Häftlinge des KZ Buchenwald „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“ immer noch von großer Aktualität ist.

Am 14.12. werden wir die KZ-Gedenkstätte gemeinsam besuchen und an einer Führung teilnehmen. Denn eine lebendige Erinnerungskultur ist ein integraler Bestandteil der Verantwortung auch heutiger Generationen!

Ein Kommentar zu “Besuch der KZ-Gedenkstätte Moringen”

  1. Dear Sir = During WW2 I lived near the KZ Sachsenhausen , from March 1945 , my family was in Troegen in a westerly direction from Moringen at age 18 I ended up in Canada !! I was in Moringen several times , and each time I visit former KZ-Camps , the tears come into my eyes , but that is what BRAIN-WASHING will do !!!
    You can create fanatics , may this NEVER EVER happen again ,
    teach your children what happened , and may God bless you ,
    Bye , from =
    Steffen Kampe

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