Alternative O-Phase: Besuch der KZ-Gedenkstätte in Moringen

// 21. Oktober 2017 //

Datum/Zeit
Samstag, 21. Oktober 2017
11:00 - 17:00

Ort
Moringen, Moringen Moringen


21.10. | 11:00 Uhr | ZOB Göttingen Bussteig F: Besuch der KZ-Gedenkstätte in Moringen

Fahrt zur Gedenkstätte des KZ Moringen

Das Lager: Nichts hat einen größeren Symbolcharakter für die historisch einzigartigen Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschlands. Insgesamt 42.500 Lager hat es nach dem jetzigen Stand der Forschung gegeben, darunter viele Tausend in Deutschland selbst. 15 bis 20 Millionen Menschen wurden in diesen ermordet. Nicht alle dieser Lager erreichten den Bekanntheitsgrad von Auschwitz-Birkenau, Buchenwald oder Dachau. Teil des nationalsozialistischen Lagersystems waren sie trotzdem, auch in ihnen wurden Menschen, die nicht dem nationalsozialistischen Ideal entsprachen, eingesperrt, gequält und ermordet.

Das mitten im Ortskern von Moringen gelegene Konzentrationslager ist eines von ihnen. Nur knapp 30 Kilometer von Göttingen entfernt, wurden im KZ Moringen auch Göttinger Kämpfer*innen des kommunistischen Widerstandes gegen NS-Deutschland, wie etwa Gustav Kuhn oder Lieschen Vogel, interniert. Die vom berüchtigten Rassenhygieniker Robert Ritter angeregten Zwangssterilisierungen von als “krankhaft entarteten” und als “geistig defekt” eingestuften jugendlichen Insassen des KZ Moringen, wurden in der Universitätsklinik Göttingen durchgeführt. Und zwar unter der Ägide von Rudolf Stich, dem Leiter der Chirurgischen Klinik. Dieser ist bis heute Ehrenbürger der Stadt Göttingen, auch eine Straße ist noch nach ihm benannt. Das KZ Moringen ist also auch ein Teil der Geschichte Göttingens und ihrer Universität.

Heute ist in einem Teil der noch erhaltenen Gebäude eine KZ-Gedenkstätte eingerichtet, die von dem 1989 gegründeten Verein „Lagergemeinschaft und Gedenkstätte KZ Moringen e. V.“ betrieben wird.

In der Führung durch die KZ-Gedenkstätte wird die Geschichte des KZ Moringen beleuchtet, das nacheinander als Männer-, Frauen-, und Jugend-KZ diente. Beleuchtet werden aber auch die Widerstände der Dorfbevölkerung, die in Moringen überwunden werden mussten, bis eine adäquate Form der Gedenkkultur überhaupt realisierbar war. Die, durch die Lage des KZs, der ganzen Dorfbevölkerung bekannten Verbrechen wurden lange lieber verdrängt als thematisiert. Auch in Moringen wurde also der Mythos der von den Gräueltaten der Nazis nichtsahnenden und unbeteiligten -und damit absolut unschuldigen- Deutschen eine lange Zeit erfolgreich aufrechterhalten.

In und um Moringen herum, im Landkreis Northeim, gibt es heute eine virulente Neonaziszene. Anfang 2013 kam es auch zu faschistischen und geschichtsrevisionistischen Schmierereien an der KZ-Gedenkstätte selber. Das zeigt, dass der Schwur der überlebenden Häftlinge des KZ Buchenwald „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“ immer noch von großer Aktualität ist.

Am 21.10. werden wir die KZ-Gedenkstätte gemeinsam besuchen und an einer Führung teilnehmen. Denn eine lebendige Erinnerungskultur ist ein integraler Bestandteil der Verantwortung auch heutiger Generationen! Die Busfahrt kostet mit Gruppenticket circa 5 €. Die Kosten für die Führung übernehmen wir. Der Bus fährt um 11:10 Uhr vom ZOB Göttingen, deswegen treffen wir uns um 11:00 dort am Bussteig F.

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