Salafismus als Protestkultur – Wie können wir der Szene in Niedersachsen begegnen?

// 30. Mai 2017 //

Datum/Zeit
Dienstag, 30. Mai 2017
19:00 - 21:00

Ort
Zentrales Hörsaalgebäude, Zentralcampus Göttingen


Vortrag und Diskussion
Mit: Nina Käsehage, Religionswissenschaftlerin und Historikerin
30.05.2017 | 19:00 Uhr | ZHG 008 | Uni Göttingen
Veranstaltet von der GRÜNEN JUGEND Göttingen, in Kooperation mit der GJ Northeim und der Grünen Hochschulgruppe.

Nina Käsehage bei Maybritt Illner | Facebook-Veranstaltung

In den letzten Wochen und Monaten machten Razzien gegen Salafisten, die laut Sicherheitsbehörden Anschläge geplant hatten, in Südniedersachsen Schlagzeilen. Vor dem Hintergrund der terroristischen Akte in Berlin, London und anderen inner- und außereuropäischen Städten sind das Nachrichten, die Angst auslösen/verunsichern können. Und solche Ängste werden von vielen Gruppen gezielt geschürt, um „den Islam“ als Feindbild zu brandmarken, Muslime & Geflüchtete pauschal zu stigmatisieren, einen Keil zwischen Muslime und Nicht-Muslime zu treiben und damit die Gesellschaft zu spalten oder instrumentalisiert, um Wahlkampf zu betreiben. Eine kritische Einordnung, die ohne Stereotypisierungen oder Verharmlosungen auskommt, ist deshalb dringend notwendig. In der Veranstaltung „Salafismus als Protestkultur – Wie können wir der Szene in Niedersachsen begegnen“ soll diskutiert werden, warum sich insbesondere junge Menschen dem Salafismus und auch seinen dschihadistischen Ausformungen/Strömungen zuwenden. Ziel ist es unter anderem:

  • die gegenwärtigen Entwicklungen des Salafismus sowie diesbezügliche Forschung darzustellen
  • Wissen den Vorrang vor Aktionismus zu gewähren und hierdurch zur Versachlichung der aktuellen Debatten beizutragen
  • Stereotypisierung einzelner Personen und Gruppen durch differenzierte Analysen entgegenzuwirken
  • Präventionsansätze zur Vermeidung von gewaltaffiner, religiöser Radikalisierung aufzuzeigen.

In der Veranstaltung sollen auch Handlungsmöglichkeiten für Kommunen und Bundesländer aufgezeigt und dargestellt werden, warum Prävention und Zusammenarbeit mit islamischen Organisationen nachhaltigere Erfolge bringen, als eine oft von Aktionismus getriebene Verschärfung von Sicherheitspolitik.

Die Referentin Nina Käsehage ist Historikerin und Religionswissenschaftlerin und hat ihre Doktorarbeit zur salafistische Szene in Deutschland und ihren europäischen Vernetzungen verfasst. In diesem Zusammenhang führte sie insgesamt 175 Interviews mit namhaften Predigern und AktivistInnen. Nina Käsehage hat Lehraufträge an der Georg-August-Universität Göttingen und ist seit kurzem Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Rostock. Sie ist eine renommierte Expertin auf dem Gebiet der Salafismus-Forschung, tritt regelmäßig in Fernsehen und Radio auf und beschreibt in ihrem 2017 veröffentlichten Buch „Dschihad als Ausweg“, warum sich junge Frauen religiös radikalisieren.

Daneben betreut sie ehrenamtlich Eltern und Angehörige von radikalisierten jungen Menschen und konnte zusammen mit deren Eltern bislang 35 Ausreiseversuche von DschihadistInnen nach Syrien und den Irak verhindern.

Homepage: www.salafismus-forschung.de

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