GJ Göttingen solidarisiert sich mit Protestcamp für Kobanê

// 7. Oktober 2014 // Pressemitteilungen, Soziales

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Solidaritätsdemonstration 2011

In der Nacht zu Dienstag fand eine Solidaritätdemonstration mit dem vom IS bedrohten Kobanê statt, an der sich rund 350 Menschen beteiligten. Im Anschluss errichteten diese spontan ein Camp am Gänseliesel, um gegen den Vormarsch der IS und die weitgehende Tatenlosigkeit Deutschlands und der westlichen Welt zu protestieren.
Die GRÜNE JUGEND Göttingen solidarisiert sich mit den Aktivist*innen und ihren Forderungen und fordert, den Protest nicht zu kriminalisieren und das Camp gewähren zu lassen.

Dazu ein Mitglied der GJ Göttingen:
„Die Lage in Kobanê ist mehr als ernst. Der IS ist in die Stadt eingedrungen, der Häuserkampf hat begonnen und von kurdischer Seite wird ein Massaker befürchtet. Mehrere der Demonstrierenden haben Angehörige in der vom IS bedrohten Stadt. Fällt Kobanê, ist das nicht nur eine Katastrophe für die dort lebenden Menschen, sondern könnte auch das Ende für die kurdische Autonomieregion bedeuten. Nach übereinstimmenden Berichten behindert die türkische Regierung Kurd*innen, die nach Kobanê einreisen wollen, um im Kampf gegen den IS zu helfen. Damit muss Schluss sein! Auch das PKK-Verbot muss auf der Stelle aufgehoben werden.“

Ein weiteres Mitglied der GJ ergänzt:
„Eine wichtige Forderung der Aktivist*innen des Protestcamps sind Gespräche mit lokalen Politiker*innen und den Göttinger Bundes- und Landtagstagsabgeordneten. Die Politik muss die Anliegen der Aktivist*innen ernstnehmen und das Gespräch suchen!“

Die GJ Göttingen ruft dazu auf, Solidarität mit Kobanê zu zeigen! Kommt zum Camp am Gänseliesel und unterstützt die Proteste!

Unten finden Sie eine Mitteilung der YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan

Protestcamp: Aufruf an alle.
Es höchste Zeit zu Handeln!!!

Kobanê kann nicht mehr warten! Jederzeit droht die klerikal faschistische Organisation Islamischer Staat dort Einzufallen. Wir fordern jeden einzelnen Menschen zum Handeln auf! Seit nun mehr als 20 Tagen ist Kobanê umfangreichen Angriffen des IS ausgesetzt. Mit erbeuteten Panzern aus dem Irak, deutschen Waffen aus Saudi Arabien, Qatar und der Türkei, geheimdienstlicher Unterstützung einiger Nato-Staaten und angeschlossenen Jugendlichen aus aller Welt, welche als Kanonenfutter dienen, hat der IS Kobanê fest im Visier.
Die bisherigen Auswirkungen des Krieges gegen das alternative Gesellschaftskonzept Rojava sind kaum fassbar. Seit beginn der Angriffe sind mehr als 100.000 Menschen geflohen. Dies lässt nur erahnen, was den Menschen bevorsteht, wenn die Katastrophe unvermeidbar wird und nichts unternommen wurde: Ein Genozid.
Die hiesige Regierung spielt eine besonders perfide Rolle, Verbrechen von Partnern aus der Region werden unter den Teppich gekehrt. Waffen und Rüstungsgüter werden seit Jahren an die Islamisten, direkt oder indirekt geliefert, was nicht einmal der CDU Vize Armin Laschet vertuschen konnte. Seit Neuestem werden Waffen auch an „die Kurden“ geliefert, welchen das fortschrittliche Projekt Rojava ein Dorn im Auge ist, die selben haben auch die Menschen in Sengal, Tel Afar und Maxmur, schutzlos den Djihadisten überlassen. Diese Tat ermöglicht es ihnen Milliarden an weiteren Rüstungslieferungen zu erwirtschaften.
Die Luftwaffe der USA bombardiert Stellungen des IS, welche rein wirtschaftlichen Eigeninteressen dienen. Das eigentliche Interesse der Staaten liegt in der Zerschlagung Rojavas. In Kobanê dürfen die hochgerüsteten Terroristen ungestört weiter agieren, während der UNHCR, der „Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen“ es vorzieht nichts zu tun. Die ganze Welt sieht zu und weiß ganz genau was passiert, dass die Angriffe der USA bewusst nicht dort stattfinden, wo sie nötig sind, dass die Türkei den IS unterstützt, sowohl finanziell als auch mit militärischen Gütern, aber sich rühren möchte sie sich nicht. Sie will zuschauen wie ein erneuter Genozid an den Kurden stattfindet. Wir müssen diese Politik des Westens darunter insbesondere die Deutschlands ins Leere laufen lassen. Es muss klar werden, dass wir nicht stillschweigend zusehen werden.
Ein Massaker gilt es jetzt zu verhindern, hierzu dürfen wir uns von den Lügen der Offiziellen nicht beirren lassen. Solidarität ist eine Waffe, gegen die die Kriegstreiber nichts entgegensetzen können.
Kommt alle zum Protestcamp am Gänseliesel und solidarisiert euch mit den Menschen in Kobanê. Darüber hinaus ist Kreative Unterstützung gern gesehen!
Wir fordern auch von der Politik hier her zum Protestcamp zu kommen, damit wir direkt unsere Anliegen Kommunizieren können. Insbesondere den Bürgermeister würden wir gerne sehen.
Bi ji Berxwedana Kobanê

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