GRÜNE JUGEND Göttingen ruft weiterhin zu Protesten gegen AfD auf.

// 12. August 2013 // antifa, Antirassismus, Pressemitteilungen

selbermachen_poster_groß-736x1024Die bei uns eingegangenen Beleidigungen und Bedrohungen finden Sie hier. Eine Nachbetrachtung und Auswertung der Hetzkampagne gegen die GRÜNE JUGEND Göttingen finden Sie hier!

Auf die Solidarisierung der GJ Göttingen mit der Kampagne „Alles muss man selber machen!“ gab es eine Vielzahl von zum Teil sehr heftigen Reaktionen. Kurz nach der Veröffentlichung der Pressemitteilung sprangen sofort die einschlägig bekannten Rechtsaußen-Medien „Junge Freiheit“ sowie „Politically Incorrect“, die die GRÜNE JUGEND als „rote SA“ bezeichneten, für die „Alternative für Deutschland“ (AfD) in die Bresche. In der Folge erhielt die GJ Göttingen von mutmaßlichen Anhänger*innen der AfD eine Fülle an islamfeindlichen und rassistischen Beleidigungen, Anfeindungen wie „Linksfaschisten“ oder „grüne SA“ sowie offene Gewaltandrohungen bis hin zu Mordphantasien.

„Wir sehen uns jetzt gezwungen, diese Drohmails öffentlich zu machen, obwohl wir Nazis und Rassist*innen eigentlich niemals irgendeine Art von Bühne bieten wollen“, so ein Mitglied der GJ Göttingen. „Aber einen besseren Eindruck, was für Einstellungen und Methoden Anhänger*innen und Unterstützer*innen der AfD vertreten, kann man schwerlich bekommen. Auffällig ist auch, wie sehr der Tonfall dieser Beschimpfungen zum Teil mit offiziellen AfD-Äußerungen übereinstimmt. Diese Reaktionen zeigen, dass wir mit unseren Vorwürfen wohl mitten ins Schwarze getroffen haben.“

So schreibt der Landesvorstand der AfD in Niedersachsen in einer Mail an Bündnis90/Die Grünen Niedersachsen. dass die „Aktionen und Aufmärsche [der „linksextremen Szene“] an die Sturmabteilungen der späten 20er Jahre“ erinnerten, der Unterschied sei, dass der „Linksfaschismus schwarz statt braun“ trage. Auch auf der Facebookseite der AfD wurden schon des Öfteren Wörter wie „Linksfaschisten“ gepostet und der Göttinger AfD-Vorsitzende Matthias Hans sprach von „linksfaschistischen Splittergruppen“.

Dass einige Medien diese unsäglichen Nazivergleiche, die letztendlich eine unfassbare Verharmlosung des nationalsozialistischen Massenmordes darstellen, unkritisch abdrucken, ist skandalös. Dass Lars Steinke, ein Mitglied der rechten Burschenschaft Hannovera, vom AfD-Vorsitzenden Matthias Hans zum sich für die Äußerungen verantwortlich zeichnenden Pressesprecher ernannt wurde, obwohl der Ex-Kreisvorsitzende der AfD, Claas Otte, seinen Rücktritt mit rechten Äußerungen Steinkes begründete, macht das Ganze noch krasser.

Überhaupt scheint in der Göttinger AfD keinerlei Interesse an einer Beschäftigung mit den hauseigenen Naziproblemen zu bestehen. Auf der Facebookseite der AfD findet sich der Post: „Es wurden nie Protokolle verlangt. Es gibt auch keine Protokolle. Wir sind nicht die Stasi und nicht die NSA…“ Damit gemeint sind die Protokolle einer Überprüfung aller Mitglieder des AfD-Kreisvorstandes auf „rechtsextremistische Tendenzen“, die Matthias Hans Ende Juni in einer Pressemitteilung angekündigt hatte. Diese Überprüfung hat es demnach nie gegeben. Dass mit Jörg Schoppe eine Person, die Ende letzten Jahres noch für die islamfeindliche Partei „Die Freiheit“ im Landtagswahlkampf aktiv war, am 10.08. auch der AfD bei einem Wahlkampfstand geholfen hat, ist da umso bezeichnender. Der Rechtstrend in der AfD Göttingen verfestigt sich weiter, während sich von rechten Umtrieben distanzierende Persönlichkeiten wie Claas Otte aufgeben.

„Unser Beitrag zum Kampf gegen Rechtspopulist*innen und Nazis ist deswegen weiterhin der Aufruf zu Protesten gegen Veranstaltungen der „Alternative für Deutschland““, so ein Mitglied der GJ Göttingen. „Rassistische, nationalistische, islamfeindliche und rechtspopulistische Propaganda darf nicht ungestört verbreitet werden – weder im Alltag noch im Wahlkampf!“

Zum Schluss noch der Hinweis auf eine Kritik des Soziologen Andreas Kemper, der der AfD u.a. Demokratiefeindlichkeit vorwirft: http://www.wallstreet-online.de/nachricht/6271105-afd-kritik-buchautor-kemper-wirft-vertretern-alternative-deutschland-demokratiefeindlichkeit

Für Rückfragen stehen wir gerne unter presse-goettingen(at)gj-nds.de zur Verfügung.

Die eingegangenen Drohungen und Beleidigungen finden Sie hier in anonymisierter Form.

2 Kommentare zu “GRÜNE JUGEND Göttingen ruft weiterhin zu Protesten gegen AfD auf.”

  1. […] straně AfD v poslední době na internetu vrší. Např. před dvěma týdny webová stránka “Gruene Jugend Goettingen” (Zelená mládež z Götingenu“ agitovala za své stanovisko vystavením: „GRÜNE JUNGEND […]

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