GRÜNE JUGEND Göttingen erklärt sich solidarisch mit der Roten Hilfe

// 10. Juli 2013 // antifa, Pressemitteilungen

DownloadDie GRÜNE JUGEND (GJ) Göttingen verurteilt die Bedrohung der Roten Hilfe durch den inhaftierten Göttinger Neonazi Mario Messerschmidt und erklärt sich uneingeschränkt solidarisch mit der linken Hilfsorganisation.

Dazu ein Mitglied der GJ Göttingen:

„Das Ausmaß der Gewaltbereitschaft, das aus den Drohungen des berüchtigten Nazis Mario Messerschmidt spricht, hat uns schockiert. Gleichwohl dürfte es für Menschen, die das politische Tagesgeschehen verfolgen, nichts Neues sein, dass es gewaltbereite Neonazis gibt, die ihren Hass auf alles, was nicht in ihr Weltbild passt, auch mit Waffengewalt ausleben.“

Dass antifaschistische Solidaritätsorganisationen wie die Rote Hilfe auf Grund ihres angeblichen „Linksextremismus“ vom Verfassungsschutz beobachtet werden und gleichzeitig ungehindert von einem notorisch gewaltbereiten Nazi aus dem Gefängnis heraus bedroht werden können, könnte man als Ironie bezeichnen, wenn es für Viele nicht bitterer, politischer Alltag wäre.

In einem Staat, der als „auf dem rechten Auge blind“ noch geradezu euphemistisch charakterisiert wäre, zeigen sich an diesem aktuellen Beispiel wieder einmal die Konsequenzen, die aus der immer noch permanent betriebenen Verleugnung rechter Gewalt erwachsen: Obwohl sogar schon Waffen bei Nazis im Raum Göttingen gefunden wurden, werden diese verharmlost. Dass jene Waffen eingesetzt werden könnten, erschien zum Beispiel dem ehemaligen Göttinger Polizeipräsidenten Wargel als unwahrscheinlich, da es sich lediglich um eine bei Nazis anscheinend latent vorhandene „generelle Affinität zu Waffen“ handele.

Die von Konservativen propagierte und fatalerweise in weiten Teilen der Gesellschaft Anklang findende Extremismustheorie, die linkes Engagement und rechten Menschenhass gleichsetzt, veranlasst Akteure wie den ehemaligen Innenminister Schünemann und den Noch-Polizeipräsidenten Göttingens Robert Kruse, die Aufmerksamkeit ihrer sogenannten Sicherheitsapparate auf die angeblich so lange vernachlässigte und gefährliche linke Szene umzulenken.

„Damit muss Schluss sein!“, so ein Mitglied der GJ. „Die Beobachtung der Roten Hilfe durch staatliche Behörden muss sofort beendet werden! Dass ausgerechnet die Rote Hilfe in den Fokus eines gewalttätigen Nazis geraten ist, ist kein Zufall, sondern Folge der eminenten Bedeutung dieser Organisation für alle Menschen, die sich, anders als der deutsche Staat, tagtäglich gegen Nazis und Rassismus engagieren, und oft gerade auch durch diesen Staat verfolgt werden. Viele Aktive der GJ Göttingen, so auch ich, sind gleichzeitig Mitglied in der Roten Hilfe, deswegen sehen wir die Bedrohung durch Nazis und die Kriminalisierung durch den Staat auch als persönliche Kampfansage!“

Unter dem Eindruck der jüngst bekannt gewordenen Drohungen, Waffenfunden bei Neo-Nazis und rechten Terror, können wir uns nur noch fragen: Was muss noch geschehen, bis die Bedrohung durch Neo-Nazis endlich ernstgenommen wird?

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