GRÜNE JUGEND Göttingen unterstützt den Kulturverbund Göttingen und kritisiert Zukunftsvertrag

// 10. Mai 2013 // Kommunales, Pressemitteilungen, Soziales

kv_logo_kompaktDie GJ Göttingen unterstützt die Forderung des neuen Zusammenschlusses „Kulturverbund Göttingen“, die Verkaufsentscheidung im Stadtrat Göttingen bzgl. der „Baptistenkirche“ und „Voigtschule“ zu verschieben. Nachdem die Musikschule  „Musi-Kuss Musizierschule e.V.“ Interesse an den Gebäuden bekundet hatte, meldete sich eine Vielzahl anderer Interessent*innen, die sich in Göttingen in verschiedenster Form kulturell engagieren. Daraus entstand der Zusammenschluss des Kulturverbundes.An der großen Zahl an Interessierten wird der enorme Bedarf nach leicht verfügbarem Raum zur kulturellen Nutzung deutlich. So mussten zum Beispiel wegen Raummangels die Veranstaltungen des Regionalwettbewerbs „Jugend musiziert“ von Göttingen nach Northeim verlegt werden.

Für den Kauf der benannten Gebäude haben sich auch Bewerber*innen gemeldet, die den Raum nicht kulturell nutzen wollen. Um Veranstaltungen, wie „Jugend musiziert“,  wieder einen Platz in Göttingen zu sichern, sollte der Stadtrat ausschließlich Bewerber*innen mit kulturellen Nutzungsplänen den Kauf ermöglichen.

Ein Mitglied der GJ Göttingen dazu: „Es ist die ungemein wichtige Aufgabe der Kommunen, kulturelles Engagement zu ermöglichen. Die Raumnot in Göttingen erstickt viele solcher Initiativen im Keim. Dieses Problem ist nicht erst seit gestern in der Welt, sondern schon lange bekannt. Es kann nicht sein, dass Göttingen als Bildungs- und Universitätsstadt jetzt eine solch vielversprechende Möglichkeit, dieser Problematik zu begegnen, offensichtlich außer Acht lässt!“Ausführliche Belege und Beispiele für den benannten Mangel an Fläche zur kulturellen Nutzung sind in einem Brief des Kulturverbundes vom 8.4.2013 an den Stadtrat zu finden.  Außerdem finden sich weitere Argumente in der Online-Petition des Kulturverbundes, die wir unterstützen: http://www.avaaz.org/de/petition/Kulturzentrum_oder_Kanzleien_in_Goettingen_1/?pv=1

Weiterhin das Mitglied: „Generell darf das, durch die Unterzeichnung des sogenannten Zukunftsvertrages durch die Stadt Göttingen selbst auferlegte, Spardiktat nicht dazu führen, dass Investitionen im Bereich Kultur, Natur- und Umweltschutz, Sport etc. unterbleiben. Dass die von den Einsparungen massiv betroffenen „freiwilligen Leistungen“ die Stadt Göttingen eigentlich erst wirklich lebenswert machen, sei es durch Förderung im Bereich Kultur, aber auch wichtiger Angebote wie etwa dem „Frauennotruf“, lässt die neoliberale Denkweise der „alternativlosen Schuldenbremse“ außer Acht. Wir möchten an dieser Stelle daran erinnern, dass die im Göttinger Appell 2012 aufgestellten Forderungen weiterhin gelten!“ http://www.zukunft-fuer-goettingen.de/appell/index.html

Im Zuge des Abschlusses des „Zukunftsvertrages“ wurde von verschiedenen Seiten behauptet, Göttingen würde sich mit anderen Kommunen zusammenschließen, um die strukturelle Unterversorgung und Ausblutung der Kommunen gemeinsam zu bekämpfen. Wir fragen: Was ist seitdem passiert?

Die zukünftige Nutzung der Gebäude betrifft alle Bürger*innen der Stadt Göttingen. Deshalb sollten dem Kulturverbund und anderen Initiativen die Zeit zugestanden werden, weiterführende Nachforschungen bezüglich der Nachfrage nach einer kulturellen Nutzung der Gebäude anzustellen. Am 24. Mai und am 6. Juni tagt der Bauausschuss zu besagten Themen. Diesbezüglich wurde vom Stadtrat ein Konzept vorgelegt, nach welchem in die Entscheidung der Kaufpreis mit 50 Prozent, die Art der Nutzung mit 40 Prozent und die Nutzung der zugehörigen Grünflächen mit 10 Prozent einfließen sollen. Eine solche Gewichtung nach monetären Interessen finden wir falsch. Vielmehr sollte ein öffentlicher Diskurs angestoßen werden, der eine Entscheidung aller Betroffenen möglich macht.

Deshalb fordern wir:

 – Öffentliche Verhandlungen über die weiterführende Nutzung der Gebäude, zum Beispiel durch eine Podiumsdiskussion
 – Eine Vertagung der Verkaufsentscheidung, um weitere Bedarfsanalysen durchzuführen
 – Ein klares Bekenntnis des Stadtrates zu einer kulturellen Nutzung der Gebäude

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