Kein Platz für neonazistisches Gedankengut bei der Hannovera? Ein schlechter Witz!

// 24. Oktober 2012 // antifa, Antirassismus, Pressemitteilungen

6962065444.thumbnailDie Göttinger Burschenschaft Hannovera hat den enttarnten Neonazi Michael Jelinek endlich ausgeschlossen. Das viel zu späte Vorgehen zeigt deutlich, wie mit Nazi-Ideologien in der Burschenschaft umgegangen wird: So lange öffentlich leugnen bis sämtliche Stricke reißen und sich dann als überraschten Opferverband aufspielen, der belogen worden sein soll. Dabei ist die Burschenschaft langjähriges Mitglied im völkisch-nationalistischen Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ und hat letztes Jahr den rassistischen Vorstoß zur Einführung eines Arierparagraphen unterstützt. Nach diesem kann nur Mitglied in einer Burschenschaft des Dachverbandes werden, wer „deutsche Wurzeln“ hat. 

„Der Vorfall zeigt erneut, dass die Burschenschaft Hannover kein Interesse an der Bekämpfung von Nazi-Ideologien hat, sondern erst Konsequenzen zieht, wenn ein Schaden des öffentlichen Ansehens der Verbindung droht. Natürlich wollen sie im öffentlichen Diskurs nicht direkt auf eine Stufe mit anderen Naziorganisationen wie der NPD gestellt werden, da sich dies negativ auf die gesellschaftlichen Einflussmöglichkeiten ihrer Mitglieder auswirken würde, wenn die Öffentlichkeit realisiert, wes Geistes Kind sie sind. Aus unserer Sicht ist dieser Versuch aber absolut durchsichtig, angesichts der zahlreichen sonstigen Verstrickungen der Hannovera in rechte Machenschaften. Da hilft auch kein Lippenbekenntnis zu einer „freiheitlich demokratischen Grundordnung“, so ein Mitglied der GRÜNEN JUGEND Göttingen.
 „Dass die Burschen von den Ansichten Michael Jelineks nichts mitbekommen haben wollen, halten wir für höchst unwahrscheinlich. 2011 veröffentlichte Jelinek im Namen der Hannovera einen Artikel in den „Burschenschaftlichen Blättern“, dem Verbandsorgan der DB. In diesem Artikel schrieb er: „Die Aktivitas der Burschenschaft Hannovera zu Göttingen begrüßt das Ergebnis des Gutachtens des Rechtsausschusses der Deutschen Burschenschaft“. Dieser Satz bezieht sich auf den Arierparagraphen. Michael Jelinek darf also offiziell im Namen der Hannovera rassistische Positionen vertreten, und die Burschen wollen nicht gemerkt haben, dass er ein Neonazi ist. Das ist unglaubwürdig“, so ein Mitglied der GJ Göttingen abschließend.

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