Offener Brief an Polizeipräsident Kruse – Antwort auf Gesprächseinladung

// 12. Juli 2013 // antifa, Kommunales, Pressemitteilungen

Sehr geehrter Herr Kruse,

wir erhielten vor kurzem Ihren Brief, in dem Sie uns  ein persönliches Gespräch anboten. Im Folgenden möchten wir darlegen, warum wir Ihr Gesprächsangebot ablehnen werden.

Zunächst einige Worte zu ihrem konkreten Angebot. Als Gesprächsinhalt schreiben Sie von einer Erörterung der Erfassungssystematik von politisch motivierten Straftaten. Dies ist jedoch nur ein kleiner Teil unserer Kritik. Der überwiegende Teil unserer Kritik an Ihrer Arbeit ist sehr grundlegend und es wird sich wohl wenig daran ändern, wenn wir Ihnen dies nochmals tête-à-tête sagen.

Punkte in diesem Zusammenhang sind Propagierung der Extremismusdoktrin, Verharmlosung rechter Aktivitäten und die Kriminalisierung von linkem Engagement. Dies zeigt sich auch in Ihrer Reaktion auf die Vorwürfe der politischen motivierten Manipulation der Kriminalitätsstatistik, in der Sie von einem „Übertragungsfehler auf der Sachbearbeiterebene“ sprachen und ihn bedauern. Es handelt sich jedoch in unseren Augen um eine Kriminalisierung, die nicht als Lappalie abgetan werden kann und eine ernsthafte Entschuldigung erfordert.

Unsere Kritik an Ihrem Kommunikationsverhalten kann nicht entkräftet werden, indem Sie gegenüber einigen Gruppen so tun, als wären Sie offen für Dialog und Verständigung. Es geht um Ihre grundsätzliche Haltung, sich einerseits im „richtigen“ Moment mit „Erfolgen“ zu brüsten und sich andererseits bei Fehlern Kommunikation und Konsequenzen zu entziehen.

Wir halten Ihr Angebot für den Versuch zur Imageverbesserung, angesichts eines unsicheren Stands im Amt. Dazu möchten wir uns nicht einspannen lassen. In unserer Kritik an Ihrer Person bleiben wir weiterhin unversöhnlich.

Mit freundlichen Grüßen
GRÜNE JUGEND Göttingen

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