[PM] Antifaschistischer Protest überschallt Nazis – GJ kritisiert unverhältnismäßigen Polizeieinsatz

// 1. August 2016 // antifa, Pressemitteilungen

antifaÜber 600 Menschen haben am Sonntag gegen rund 30 Neonazis demonstriert. Angesichts 20-facher Überlegenheit sieht die GRÜNE JUGEND Göttingen die antifaschistischen Gegenproteste als großen Erfolg. Die GJ kritisiert aber den an vielen Stellen unverhältnismäßigen Polizeieinsatz, insbesondere durch die umstrittene Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE). Die Kritik zielt insbesondere auf die gewaltsame Räumung einer Sitzblockade an der Ecke Herzberger Landstraße/Friedländer Weg und das Hineinstürmen von vermummten Festnahmetrupps in die Kundgebung des Bündnis gegen Rechts.

Dazu ein Mitglied der GJ: „Die Kundgebung der Nazis ist im antifaschistischen Protest untergegangen. Göttingen hat gezeigt: Hier ist kein Platz für Nazis. Wenn die Nazis wieder nach Göttingen kommen, müssen sie sich warm anziehen.“

Das GJ-Mitglied weiter: „Der unverhältnismäßige Polizeieinsatz hat den antifaschistischen Erfolg überschattet. Die mittels Schmerzgriffen äußerst ruppig durchgeführte Räumung der Sitzblockade war eindeutig rechtswidrig. Diese erfolgte ohne vorherige Ankündigung. Die Blockade war aber eindeutig als politische Versammlung einzustufen, eine vorherige Auflösung deshalb zwingend notwendig. Ebenso kritikwürdig war das rücksichtslose Hineinstürmen in die Menschenmenge, um einzelne Personen festzunehmen. Dass das einer Eskalation mit Ansage gleichkommt, hätte der Einsatzleitung klar sein müssen. Das war entweder unprofessionelle Polizeiarbeit oder eine bewusste Provokation von Tumulten mit zahlreichen Verletzten.“

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