[PM] BFE eskaliert Freundeskreis-Kundgebung in Göttingen

// 22. Mai 2016 // Aktionen, antifa, Pressemitteilungen

stoppt_polizeigewaltKlarstellung: Die Göttinger Polizei hat mitgeteilt, dass die Göttinger BFE nicht an diesem Einsatz beteiligt war. Was nicht erwähnt wird: Es waren sehr wohl BF-Einheiten anwesend, wie Fotos des Göttinger Tageblatt beweisen. Die in der 40-seitigen BFE-Broschüre zusammengefasste Kritik der GJ Göttingen bezieht sich aber auf die Einheit als solche, und nicht nur auf den Göttinger Ableger. Die Herkunft einer BFE ist rein äußerlich nicht feststellbar. Wenn es eine Taktik sein sollte, die Göttinger BFE zurückzuhalten und dafür andere BFEn massiv einzusetzen, dann ist das durchschaubar.

Viele hundert Menschen haben am Samstag Mittag vor dem Göttinger Bahnhof ein starkes und deutliches Zeichen gegen die Kundgebung des „Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen“ gesetzt. Neben den circa 20 angereisten Neonazis fiel vor allem die Göttinger Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) wieder einmal negativ durch ihre Gewalttätigkeit auf. Ein Mitglied der GJ Göttingen erlitt eine Gehirnerschütterung.

Ein Mitglied der GJ Göttingen berichtet: „Wir standen vor der Polizeikette etwas am Rande der Kundgebung, als die BFE begann die Demonstrant*innen rabiat weg zu schubsen. Dieser Angriff ging allein von den Polizist*innen aus. Plötzlich schlug mich ein Beamter der BFE gezielt mit der Faust gegen den Kopf, sodass ich zu Boden ging.“

Ein weiteres Mitglied ergänzt: „Ich stand direkt daneben. Als wir den Polizisten und seine Kollegen neben ihm drängten, uns seinen Namen und Dienstnummer mitzuteilen, sprach er sich schnell mit diesen ab: sie hätten doch gesehen, dass unser Mitglied ihn gegen den Kopf geschlagen hätte. Darauf zeigten sie auf unser Mitglied und informierten weitere Kolleg*innen. Wir zogen uns schnell in die Demo zurück und hörten nur noch, wie der eine Beamte sagte ‚Da verziehen sie sich. Wir kriegen euch schon noch‘.“

Das Mitglied abschließend: „Die BFE wurde offensichtlich auch in Göttingen zusammen mit Hunden und vollen Ladungen Pfefferspray, die auch die Landtagsvizepräsidentin Gabriele Andretta (SPD) zu spüren bekam, mal wieder von der Leine gelassen. Es ist unverständlich, warum für eine solche Schlägertruppe immer noch ein rechtsfreier Raum geschaffen werden kann und dies von der Polizeiführung offenbar geduldet wird. Es kann nicht sein, dass sich weite Teile der SPD und anderer Parteien immer noch gegen eine anonymisierte Kennzeichnung von Polizeibeamt*innen sperren. Dieser Zustand ist unhaltbar.“

Wir fordern nachdrücklich dem Beispiel von Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein zu folgen und endlich auch in Niedersachsen die Kennzeichnungspflicht einzuführen.
Korpsgeist und Gewaltaffinität ihrer Einheiten müssen von der Polizei endlich als Problem anerkannt und offen thematisiert werden.
Des Weiteren gehört diese Schlägertruppe endlich aufgelöst! Bis dahin bleiben wir in unserer Kritik unversöhnlich.

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An dieser Stelle sei noch einmal auf die Podiumsdiskussion zu Kennzeichnungspflich für Polizist*innen am Mittwoch (25.05.) um 19.30 Uhr in der Alten Mensa am Wilhelmsplatz hingewiesen (http://gj-goettingen.de/25-5-podiumsdiskussion-zu-kennzeichnungspflicht-fuer-polizistinnen/).

2 Kommentare zu “[PM] BFE eskaliert Freundeskreis-Kundgebung in Göttingen”

  1. Gott schütze die Autonome Antifa sagt:

    Bitte erst Klarstellung lesen, bevor groß rumkommentiert wird. Und die Kritik der GJ zielt auf ALLE BFEn, und nicht nur auf die Göttinger.

    Ohne adäquate Kennzeichnung ist so eine BFE übrigens nicht zuzuordnen. Wär vielleicht mal was für „Wetten das…“: Vermummte BFEler der jeweiligen Einheit zuordnen.

  2. Pulitzer Preis sagt:

    … und das alles, obwohl die Einheit an dem Tag offenbar gar nicht dort eingesetzt war. Da muss wohl finstere Magie am Werk gewesen sein!

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