PM: Die GJ Göttingen solidarisiert sich mit der Hausgemeinschaft der Humboldtallee 9

// 6. Oktober 2014 // Kommunales, Pressemitteilungen, Soziales

Wohnraumini

Die GJ Göttingen solidarisiert sich mit der Hausgemeinschaft der Humboldtallee 9 und ruft das Studentenwerk dazu auf, die Selbstverwaltung der Hausgemeinschaft zu akzeptieren!

Das Studentenwerk hat angekündigt, die Dachgeschoss-Wohnung der Humboldtallee 9 in Einzelzimmer-Wohnplätze für internationale Studierende umzuwandeln. Dadurch setzt sich nicht nur der Trend weg von Gruppenwohnungen hin zu Einzelwohnplätzen fort, die mit der Renovierung einhergehenden Mietsteigerungen werden weiter dazu beitragen, günstigen Wohnraum für Studierende zu zerstören. Wie das mit dem „Leitbild“ des Studentenwerks zusammenpasst, in dem es „Selbstverwaltung und Hilfe für Studierende auch unter schwierigsten ökonomischen Bedingungen“ als „Motor [seiner] Arbeit“ ansieht, ist mehr als fraglich. Das vom Studentenwerk angewandte Mittel, ein Mitbestimmungsrecht bei der Belegung der Wohnplätze zu verwehren, ist zudem bestens dazu geeignet, Selbstbestimmung und Hausgemeinschaft zu zerstören.

Dazu ein Mitglied der GRÜNEN JUGEND Göttingen: „Jede, die schon einmal in einer Hausgemeinschaft oder WG gewohnt hat weiß, wie sehr das Hausklima und die Wohnkultur von den jeweils darin wohnenden Menschen abhängt. Ein Mitbestimmungsrecht bei neuen Mitbewohner*innen ist essentiell für eine Wohngemeinschaft, die über eine Zweck-Behausung und ein einfaches ’nebeneinander Wohnen‘ hinausgeht. Vor diesem Hintergrund ist das Verhalten des Studentenwerks als direkter Angriff auf die bisher praktizierte Selbstverwaltung und auf die politische Wohnkultur des Hauses anzusehen. Dass beides keinen Platz in der von der Leitung des Studentenwerks vorgegebene Linie hat, die auf die weitere Ökonomisierung der Wohnheime ausgerichtet ist, hat es schon zur Genüge durch die Schikane anderer selbstverwalteter Wohnheime gezeigt. Die auf kurze Mietdauer ausgerichtete Vergabe erscheint damit als Kalkül, unliebsame Hausgemeinschaften zu zersetzen und loszuwerden. Dass die Bewohner*innen sich diese vom Studentenwerk ausgehende Provokation nicht gefallen lassen und nun notgedrungen die Verteilung der Wohnplätze selber in die Hand genommen haben, ist ein folgerichtiger Schritt, der unsere volle Solidarität hat!“

Ein weiteres Mitglied ergänzt: „Das Studentenwerk reagiert auf die selbstständige Vergabe der Wohnplätze mit vollkommen überzogenen Strafandrohungen, sowohl gegen die frisch in das Dachgeschoss eingezogenen Studierenden, als auch die bisherigen Bewohner*innen. Es zeigt sich weiter vollkommen verständnislos für die legitimen Forderungen der Hausgesellschaft und ist nicht zu einem Dialog bereit. Mit den Androhungen torpediert das Studentenwerk auch den uneigennützigen Einsatz der Bewohner*innen, die in Kooperation mit der Wohnrauminitiative eine Notunterkunft für neue Studierende aufgebaut haben, die bisher noch keine Wohnung gefunden haben. Denn eine Zerstörung der Hausgemeinschaft würde eine Notunterkunft in der Humboldtallee 9 in Zukunft unmöglich machen.“

Wir fordern das Studentenwerk auf, diese Kriminalisierung zu beenden, die neuen Mieter*innen der Dachgeschoss-Wohnung zu akzeptieren und Selbstverwaltung und politisches Bewusstsein zu fördern statt zu untergraben!

PM der Hausgemeinschaft Humboldtallee 9. PM der Antifaschistischen Linken International. Facebook-Seite der Wohnrauminitiative.

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