[PM] Geflüchtete schützen – Keine Nazikundgebung in Friedland!

// 10. September 2015 // Aktionen, antifa, Antirassismus, Pressemitteilungen, Soziales

refugees_welcomeAuch wenn die Nazi-Veranstaltung derzeit verboten ist, kommt trotzdem nach Friedland!

Der rechtsextreme „Arminius-Bund“ hat für kommenden Samstag, den 12. September, in Friedland nahe der Erstaufnahmestelle für Geflüchtete eine Kundgebung angemeldet. Die der NPD nahestehende Vereinigung knüpft damit an die bundesweit vor Geflüchtetenheimen stattfindenden Naziaufmärsche und die damit einhergehende rassistische Progromstimmung an. Der Göttinger Kreisverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und die GRÜNE JUGEND rufen alle Bewohner*innen Friedlands und Göttingens dazu auf, sich schützend vor die Geflüchteten und gemeinsam gegen die Nazis zu stellen, dabei aber zu bedenken, dass auch Gegenprotest bedrohlich auf die Geflüchteten wirken kann.

Treffen für die gemeinsame Zuganreise aus Göttingen ist um 10 Uhr am Bahnhof. Es wird vor Ort eine angemeldete Gegenkundgebung geben, die als Anlaufpunkt für Demonstrant*innen dient.

Marie Kollenrott, Sprecherin des GRÜNEN Kreisvorstandes: „Die in der Friedländer Erstaufnahmestelle lebenden Menschen kommen zu einem sehr großen Teil aus Bürgerkriegsgebieten wie Syrien, haben während ihrer Flucht oft Schreckliches erlebt und sind traumatisiert. Die Versammlung der Vorfeldorganisation der NPD an diesem Ort greift daher besonders auf Hilfe angewiesene Menschen an. Es gibt kein Recht darauf, gegen Menschen zu hetzen, sie zu verängstigen und anzugreifen. Wir erwarten vom Landkreis ein Verbot des Aufmarsches und rufen alle dazu auf, stattdessen auf der Straße ein Zeichen der Solidarität mit den Geflüchteten zu setzen. Refugees Welcome!“

Ein Mitglied der GJ Göttingen weiter: „Die Friedländer Unterkunft ist durch die gestiegene Zahl an Geflüchteten in den letzten Monaten noch mehr überbelegt als ohnehin schon. Die Bedingungen für die geflüchteten Menschen sind schlecht. Gerade in so einer Zeit ist eine Kundgebung durch Nazis eine ungeheuerliche Provokation, der mit aller Entschlossenheit entgegengetreten werden muss. Auch beim Protest gegen Nazis muss aber die Rücksicht auf die betroffenen Geflüchteten im Vordergrund stehen. Es gilt also, den Nazis entschlossen aber besonnen klarzumachen, dass Rassismus und Menschenfeindlichkeit in Friedland, Göttingen und überall keinen Platz haben.“

Aufruf des Göttinger „Bündnis gegen Rechts“: Flüchtende Menschen, seid willkommen!

Keinen Fußbreit für Neonazis!

Wir erleben bewegte Zeiten: Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht vor Krieg, Elend und Verfolgung. Deutschland ist eines der sichersten Länder weltweit, in dem ein Bruchteil der Flüchtenden bislang Zuflucht gefunden hat. Wir sind froh, dass zur Zeit tausende Zuflucht Suchende in Deutschland und hier in Friedland und im Landkreis Göttingen ankommen: dass sie die lebensbedrohlichen Wege und Umstände überlebten, dass sie versuchen hier endlich zur Ruhe zu kommen und ein neues Leben beginnen wollen. Wir heißen Euch Willkommen mit Worten und unserer Hilfsbereitschaft!

Gleichzeitig flammt in Deutschland der Rassismus mit Brandanschlägen, Hetze und Übergriffen zu unerträglichen Höhepunkten auf. Deswegen stellen wir uns erneuten Provokationen von Neonazis wachsam und bestimmt in den Weg. Bereits 2009 wollten sich Neonazi-Akteure Andrej Triller und Johann Thießen (NPD Düren, Partei Bund für Gesamtdeutschland), die sich hinter dem Label „Russlanddeutsche“ verbargen, in Friedland mit Gleichgesinnten aufmarschieren.

Genauso wie damals stellen wir uns heute als antifaschistische und zivilgesellschaftliche Kräfte gegen die Kundgebung des „Arminius-Bundes des deutschen Volkes“ auf dem Gelände der berstenden Flüchtlingsunterkunft in Friedland. Gemeinsam mit Unterstützungsinitiativen und –verbänden für Flüchtlinge, gemeinsam mit Friedlands Bewohnerinnen und Bewohner wollen wir keinen Platz den Nazis überlassen. Ob in Friedland oder anderswo, lasst uns gemeinsam jegliche verbrecherische und menschenfeindliche Propaganda von Neonazis verhindern.

AKM (Anatolisches Kultur Zentrum); Anti-Atom-Initiative Göttingen (AAI); AntiAtomPlenum Göttingen (AAP); Attac Göttingen; baz (Beratungs- und Aktionszentrum Friedland e.V.); Bündnis 90/DIE GRÜNEN Göttingen; Bündnis 90/DIE GRÜNEN Kreistagfraktion Göttingen, Bündnis 90/Die Grünen Ortsverband Friedland; Bündnis 90/die Grünen Ratsfraktion im Friedländer Gemeinderat; DGB-Jugend Südniedersachsen-Harz; DGB-Region Südniedersachsen-Harz; Föderation der ArbeiterInnen aus der Türkei in Deutschland e.V. (ATIF); Franziska Pannach; Göttinger Betriebsexpress; GroBiAn – Groner Bürgerinitiative Antifaschismus; Grüne Jugend Göttingen; Harald Jüttner, z. Zt. Hadera. (Israel); Howard & Irine Schultens; IG Metall Süd-Niedersachsen-Harz; Initiative Willkommen Flüchtlinge – IWF; Integrationsrat Göttingen; Jan von Alvensleben; Jürgen Trittin, MdB; Jusos Göttingen, Juzi Göttingen; Lampedusa-Bündnis; Lars Kruse; Mittelamerikakommittee (MAK); MLPD; NaturFreunde Göttingen; Piratenpartei Kreisverband Göttingen; Piraten-Ratsfraktion im Stadtrat Göttingen; Regine Wagenknecht; Sabine Lösing MdEP; Schöner Leben Göttingen; Schüler*innenbündnis Göttingen (SBG); SDAJ Göttingen; SPD-Stadtverband Göttingen; Stefan Wenzel MdL; Superintendent des Ev.-luth. Kirchenkreis Göttingen Friedrich Selter; Supporters Crew 05 e.V. (Dachverband der Göttingen 05 Fans); Torsten Witt; Umweltgewerkschaft; ver.di Göttingen; ver.di OV Göttingen; ver.di Jugend Göttingen; Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Kreisvereinigung Göttingen; WählerInnengemeinschaft Göttinger Linke; W:a.f.f.e.l., Witzenhausen:antifaschistisch.frei.feministisch.emanzipatorisch.libertär.; Wilhelm Bruinjes;

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