[PM] Gegen Sexismus und Rassismus – GRÜNE JUGEND ruft zu Aktionen am Internationalen Frauen*kampftag auf!

// 7. März 2016 // Gender, Pressemitteilungen

Womanpower_logoAm 08. März ist Internationaler Frauen*kampftag. Ein feministisches Bündnis ruft in Göttingen zu einem Aktionstag und einer Kundgebung am Gänseliesel auf. Die GRÜNE JUGEND unterstützt das Bündnis und mobilisiert zu den Aktionen. Gleichzeitig fordert die GJ eine gesetzlich geregelte Unterstützung der Frauenhäuser.

Beginn Aktionstag: 17 Uhr, Gänseliesel
Beginn Kundgebung: 18 Uhr, ebenda
Um 19 Uhr beginnt – ebenfalls am Gänseliesel – eine feministische Demonstration der Antifa Jugend.

Ein Mitglied der GJ äußert sich dazu wie folgt: „Beim Internationalen Frauen*kampftag geht es nicht nur um den Kampf für Frauenquoten in den Spitzengremien der Wirtschaft. Vielmehr müssen der Alltagssexismus, die sexualisierte Gewalt und die systematische Unterbezahlung in „typisch weiblichen“ Berufsgruppen thematisiert und bekämpft werden. 40 Prozent der Frauen* in Deutschland haben seit ihrem 16 Lebensjahr sexualisierte Gewalt erfahren. Frauen* verdienen im Durchschnitt weiterhin rund 20 Prozent weniger als Männer*. Feminismus ist keine Luxusideologie, sondern notwendiger Kampf um Gleichbehandlung und ein selbstbestimmtes Leben für alle!“

Das GJ-Mitglied weiter: „Dieses Jahr ist die internationalistische Ebene des Frauen*kampftages besonders hervorzuheben. Gerade nach den Ereignissen von Köln muss klargestellt werden: Sexismus bekämpft man nicht mit Rassismus. Der rassistisch aufgeladene „Stammtischfeminismus“, der sich gegen angebliche Übergriffe von „Fremden“ gegen „deutsche Frauen“ richtet, ist keine Lösung, sondern Teil des Problems. Der Rassismus der selbsternannten Feminist*innen richtet sich auch gegen nicht-weiße Frauen*. Und der Feminismus endet meist bei der Hetze gegen Gender-Mainstreaming. Das Problem sind nicht „übergriffige Fremde“, sondern das Patriarchat – und Männer, die das Recht auf körperliche Selbstbestimmung von Frauen* missachten. Tausende „deutsche“ Männer tragen jedes Jahr zur sexuellen Ausbeutung von (oft nicht-„deutschen“) Zwangsprostituierten bei. Sexismus und sexualisierte Gewalt müssen konsequent bekämpft werden – egal, wer der Täter ist. Feminismus kennt keine Hautfarbe!“

Das GJ-Mitglied abschließend: „Frauenhäuser sind die wichtigste Institution zum Schutz von Frauen*, die Gewalt erfahren haben, und ihren Kindern. Seit 40 Jahren fehlt aber eine verbindliche und gesetzlich geregelte Finanzierung, die nicht von politischem Willen und Willkür abhängig ist. Durch die in den meisten Bundesländern herrschende Praxis der sog. Tagessatzfinanzierung wird zudem vielen Gruppen von Frauen* (z.B. Migrant*innen mit prekärem Aufenthaltsstatus, Flüchtlingsfrauen*, Student*innen, Auszubildende, Frauen* ohne Sozialleistungsanspruch) der Zugang zum Frauenhaus unmöglich gemacht. Wir unterstützen daher die Forderungen des bundesweiten Zusammenschlusses der Autonomen Frauenhäuser:
– für alle gewaltbetroffenen Frauen und ihre Kinder einen schnellen und unbürokratischen Zugang zu Schutz und Unterstützung im Frauenhaus zu gewährleisten
– für alle Frauenhäuser in allen Bundesländern eine einzelfallunabhängige und bedarfsgerechte Finanzierung auf gesetzlicher Grundlage zu sichern“

No means No!
Für einen antirassistischen Feminismus!

http://autonome-frauenhaeuser-zif.de/de/content/Kampagnen

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