[PM] GRÜNE JUGEND fordert Verbot von sexistischer Werbung

// 7. Mai 2016 // Gender, Pressemitteilungen

indexAnknüpfend an die von Justizminister Heiko Maas angestoßene Debatte fordert die GRÜNE JUGEND Göttingen ein Verbot von sexistischer und anderweitig diskriminierender Werbung. Sie unterstützt den Gesetzesvorschlag der Organisation Pinkstinks für eine bundesweite gesetzliche Regelung. Weiterhin setzt sie sich für ein kommunales Verbot ein, ähnlich der Regelungen in Erfurt und Berlin Friedrichshain-Kreuzberg. Die GJ fordert in diesem Zusammenhang einen kommunalen Werberat, der unabhängig von Politik und Werbebranche besetzt ist, weisungsbefugt sein muss und Verstöße durch Bußgelder ahnden kann.

Ein GJ-Mitglied dazu: „Werbung sind wir alle ausgesetzt. In ihrer oftmals subtilen Form ist sie entsprechend wirksam, insbesondere durch ihre ständige Reproduktion von Geschlechterstereotypen. Beispielsweise sind Frauen* in der Regel für die Bewerbung von Waschmitteln oder Küchengeräten verantwortlich, Männer „natürlich“ für Autos und Bier. Der Höhepunkt des Sexismus ist erreicht, wenn nackte Körper von Frauen* als Dekoration für Produktwerbung genutzt werden, die dazu definitiv keine inhaltliche Verbindung aufweisen. Frauen* als Objekte – das geht gar nicht.“

Ein weiteres Mitglied ergänzt: „Beim Verbot sexistischer Werbung geht es uns nicht darum, dass keine nackte Haut mehr gezeigt werden darf. Das wird allzu oft in populistischer Manier bewusst verzerrt dargestellt und führt die Debatte in eine falsche Richtung. Wir wollen, dass Werbung nicht einseitig „geschlechtertypische“ Rollen präsentieren, Unter-/Überordnungen herstellen und vor allem nicht weibliche* (und auch männliche) Körperteile zusammenhangslos als Blickfänger nutzen darf. Dies wird in dem von der Organisation Pinkstinks entwickelten Gesetzesentwurf gut abgedeckt. Ein gesetzlich geregeltes Verbot von öffentlichem Sexismus wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichstellung. In Österreich ist dieses bereits seit längerem Usus und vollkommen unumstritten. Im Rahmen unseres eigenen Kommunalwahlprogramms fordern wir bereits die Nichtzulassung eindeutig sexistischer oder anderweitig diskriminierender Werbung auf kommunalen Werbeflächen. Wir setzen uns für die die Einführung einer kommunalen Regelung ein, ähnlich der in in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg oder Erfurt – wo im März 2016 alle im Stadtrat vertretenen Parteien eine solche einstimmig beschlossen haben.“

Das GJ-Mitglied abschließend: „Das Gesetzesvorhaben von Bundesjustizminister Heiko Maas wird ausgerechnet mit den Übergriffen in der Kölner Silvesternacht begründet. Dennoch begrüßen wir den plötzlich aufgeflammten Aktionismus des Justizministers Heiko Maas und wünschen ihm ein ähnlich fortschrittliches Denken bei seinem Gesetzesentwurf zu strafrechtlichen Bewertung von sexueller Belästigung.“

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Hintergrund:
Gesetzesvorschlag von Pinkstinks: https://pinkstinks.de/die-loesung/
Verhaltensregeln des Werberat Österreich: http://www.werberat.at/show_4274.aspx
Regelungen in Friedrichshain-Kreuzberg und Erfurt: http://www.tagesspiegel.de/berlin/sexistische-werbung-geplantes-verbot-gilt-in-friedrichshain-kreuzberg-laengst/13427810.html
http://www.mdr.de/nachrichten/stadtrat-erfurt-sexistische-werbung-100_zc-fd08c406_zs-950f04ff.html
Kommunalwahlprogramm der GJ Göttingen: http://gj-goettingen.de/pm-gruene-jugend-goettingen-verabschiedet-kommunalpolitisches-grundsatzprogramm/

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