[PM] GRÜNE JUGEND Göttingen kritisiert Fahnenschwenken und Partypatriotismus zur WM

// 26. Juni 2018 // Antirassismus, Bildung, Internationales, Pressemitteilungen

Seit einiger Zeit läuft die Männer-Fußballweltmeisterschaft in Russland. Wie bereits bei ähnlichen Großereignissen der letzten Jahre gibt es auch in diesem Jahr wieder einen massiven Zuwachs an öffentlich zur Schau gestellten Deutschlandflaggen und einen im Zuge des Sportereignisses aufkeimenden Partypatriotismus. Die GRÜNE JUGEND Göttingen kritisiert dies und ruft dazu auf, bei dem internationalen Event Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Ländern zu betonen, anstatt Differenzen hervorzuheben und Nationalismen zu stärken.

Dazu eine Aktivistin der GRÜNEN JUGEND Göttingen: „Der Partypatriotismus, welcher während der WM zelebriert wird, ist nicht nur fragwürdig, sondern äußerst gefährlich. Unlängst wurde durch Forschungen in der Soziologie nachgewiesen, dass sich eine klare Verbindung zwischen dem Patriotismus der WM und dem Erstarken von Nationalismus ziehen lässt. Doch nicht nur das, auch der Zuwachs von konservativen und reaktionären Ideologien lässt sich wissenschaftlich belegen. So verstärkt der Nationalstolz während der WM neben Fremden- auch Homosexuellen- und Frauenfeindlichkeit und die Abwertung von Menschen mit Behinderung [1,2,3,].“

Ein Aktivist ergänzt: „Der Patriotismus macht zu Zeiten der Weltmeisterschaft nirgendwo halt. Ein Beispiel ist die fast schon abstruse Kommerzialisierung des Fußballevents. Einzelhandelsläden werben mit Slogans und Produkten, die eindeutig nationalistische Gefühle bedienen sollen. Selbst die Busse der Göttinger Verkehrsbetriebe zieren seit Neuestem schwarz-rot-goldene Fähnchen. Der Hype um das Sportereignis wird in schamloser Weise dazu genutzt, um die eigenen Profite zu steigern und das Erstarken der eben angesprochenen menschenverachtenden Tendenzen wird dabei billigend in Kauf genommen.“

Eine dritte Aktivistin zeigt auf: „Wir wollen niemandem verbieten, sich für Fußball zu begeistern. Dabei sollten wir aber doch bedenken, dass Partypatriotismus gefährlich werden kann. Stattdessen sollten wir die Weltmeisterschaft dazu nutzen, anderen Ländern die Hände zu reichen. Wir können froh darüber sein, dass es in politisch oft unruhigen Zeiten noch solche internationalen Ereignisse gibt. So könnten Events wie dieses zu internationaler Annäherung und kulturellem Austausch dienen. Lasst uns daher den Sport feiern und nicht die Nation.“

[1]http://www.sueddeutsche.de/wissen/fahnenmeere-zur-em-party-patriotismus-ist-nationalismus-1.1394854
[2]http://www.spiegel.de/sport/sonst/wm-2018-olgas-von-der-wolga-sexismus-zur-weltmeisterschaft-a-1213676.html
[3]http://www.queer.de/detail.php?article_id=31394

Ein Kommentar zu “[PM] GRÜNE JUGEND Göttingen kritisiert Fahnenschwenken und Partypatriotismus zur WM”

  1. Legalize it sagt:

    Ich stimme euch zu, der ganze Patriotismus ist unnötig und hat klare paralelen zum Nationalismus, aber ifh halte eure vorderungen für überdramatiesiert. Ich persönlich kimme mit zwar ziemlich dämlich mit soner Flagge in der Hand vor und kann es daher nicht nachvollziehen warum Leute sone Flagge haben wollen aber nichts desto trotz ist das hir überdramatiesiert. Meine Eltern hatten auch mal so eine Flagge am Auto sind Politisch trotzdem relativ links orientiert rahrt muss die Flagge kein Ausdruck einer politischen Ordnung sein.

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