[PM] Neonazi-Hetzjagd auf Pressefotografen – GRÜNE JUGEND fordert Konsequenzen für rechtsextremen „Freundeskreis“

// 2. April 2017 // antifa, Antirassismus, Pressemitteilungen

Die GRÜNE JUGEND Göttingen verurteilt die Hetzjagd mehrerer Neonazis auf einen Pressefotografen am gestrigen Samstag in Friedland aufs Schärfste. Die Familie des Journalisten war bereits mehrfach Ziel neonazistischer Bedrohungen. Die Nazis übertrugen den Angriff live ins Internet, rühmten sich damit und wurden von Zuschauer*innen mit Sätzen wie „Der Kameramann haha.. gut Jungs weiter so!“ und „Hau die Antifa aufs Maul die Schweine“ dabei ermuntert. Die GJ fordert harte Konsequenzen für die an dem Angriff beteiligten Neonazis, von denen zwei festgenommen wurden, und einen besseren Schutz für Nazi-Gegner*innen.

Die Übergriffe überschatteten die lautstarken und vielfältigen Proteste von 1500 Göttinger*innen und angereisten Antifaschist*innen gegen eine Kundgebung von etwa 100 Neonazis in Göttingen.

Dazu ein Mitglied der GJ: „Wir sprechen dem Betroffenen unsere volle Solidarität aus. Der Angriff war offensichtlich abgesprochen, da mehrere Nazis gleichzeitig losstürmten. Direkte Übergriffe und Einschüchterungen sind mittlerweile Taktik des „FKTN“. Der Angriff reiht sich ein in eine ganze Serie von Bedrohungen gegen aktive Neonazi-Gegner*innen und kritische Journalist*innen. Damit muss endlich Schluss sein. Die GJ fordert, dass von Neonazis bedrohte Personen endlich konsequent geschützt werden. Es dürfen insbesondere künftig keine rechtsextremen Kundgebungen in der Nähe von Wohnhäusern von Nazi-Gegner*innen mehr genehmigt werden. Die Versammlungen des „FKTN“ sind keine Manifestationen der Versammlungsfreiheit, sondern Zusammenrottungen militanter Neonazis, aus denen gezielt Menschen angegriffen und Straftaten begangen werden.“

Das GJ-Mitglied weiter: „Rund 1500 Menschen aus einem breiten Spektrum haben in Göttingen gegen Neonazis protestiert. Vom Göttinger Symphonie-Orchester und Deutschem Theater bis zu antifaschistischen Gruppen haben alle eine klare Haltung gegen Nationalismus und Rassismus gezeigt. Dieser breite Schulterschluss unter dem Dach des „Bündnis gegen Rechts“ hat sich wieder einmal bewährt. Es hat sich gezeigt: Nazis bekommen in Göttingen kein Bein auf den Boden. Die Neonazis haben für den 18. April bereits einen weiteren Aufmarsch angekündigt. Göttingen ist dafür gut gerüstet. Auch in Northeim haben gestern Antifaschist*innen spontan blockiert. Hier ist der Widerstand aber noch deutlich ausbaufähig, trotz einer anschließenden Kundgebung am Bahnhof!“

Das GJ-Mitglied kommentiert abschließend ein Banner der Jungen Union, das auf der BgR-Kundgebung kurz für Irritationen sorgte, weil es die militanten Neonazis des „FKTN“ und Nazi-Gegner*innen auf die selbe Stufe stellte: „Die Junge Union hat sich mal wieder selbst ins Abseits befördert. Wenn eine dämliche Provokation der einzige Beitrag ist, wozu sich die JU im Stande sieht, ist es kein Wunder, dass sie in Göttingen politisch keine Rolle spielt. Während alle relevanten demokratischen Kräfte sich unter Begleitung von GSO und DT gegen Rassismus und Nationalismus stellen, produziert die JU heiße Luft.“

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