[PM] Räumung des besetzten Wohnheims Fritjof-Nansen-Weg 1/“Nansen1″

// 7. Mai 2018 // Aktionen, Kommunales, Pressemitteilungen, Soziales

In den frühen Morgenstunden räumte etwa eine Hundertschaft Polizeieinsatzkräfte die friedlichen Besetzer*innen des ehemaligen Studierendenwohnheims im Fritjof-Nansen-Weg 1. Die Besetzer*innen verließen das Haus ohne Widerstand und in unbeschädigtem und sauberem Zustand. Die Einsatzkräfte nahmen die Personalien aller Besetzer*innen auf, ihnen drohen Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung. Eine Gruppe von 80-100 Besetzer*innen und solidarischen Umstehenden zogen anschließend mit einer Spontandemo zurück in die Innenstadt und machten ihre Forderungen noch einmal deutlich.

Die GRÜNE JUGEND Göttingen (GJ) solidarisiert sich mit den betroffenen Besetzer*innen und fordert weiterhin:

  • Die Rücknahme von Anzeigen gegen die Besetzer*innen wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung: Stadt und Goethe-Institut sollen die Strafanträge zurückziehen!
  • Die Erhaltung des Wohnraums im Fritjof-Nansen-Weg 1 und Nutzung der Einrichtung durch Unterbringung von Geflüchteten, die zur Zeit in der Unterkunft in der Siekhöhe leben müssen.
  • Die Stadt muss aufhören verschiedene bedürftige Gruppen gegeneinader auszuspielen und und Interessenkonflikte herbeizukonstruieren, wo keine sind!

Dazu ein Mitglied der GJ:
„Auch wenn die Polizei das Haus geräumt hat sind die Probleme damit nicht aus der Welt: Die Bedingungen in der Unterkunft in der Siekhöhe bleiben miserabel, während Häuser, wie das Wohnheim des Goetheinstituts, ohne viel Renovierungsaufwand Platz bieten würden, um Geflüchtete oder auch Menschen mit geringem Einkommen eine angehnehme Wohnsituation zu geben. Wir unterstützen die Forderungen der Besetzer*innen und der Initiative „Our House – Nansen1″ und fordern die Stadt auf, den Verkauf von nutzbarem Wohnraum an Privatinvestor*innen zu unterlassen und ihn stattdessen zu Wohnzwecken zur Verfügung zu stellen.“

Ein Mitglied der GJ ergänzt:
„Wir verurteilen weiterhin die Scheinheiligkeit der Stadt. Dass mit dem Verweis auf „dringend benötigte Investitionen bspw. in Schulen, Kindertagesstätten“ verschiedene bedürftige Gruppen auch noch gegeneinander ausgespielt werden, ist ein Unding. Die Besetzer*innen haben in ihrer Aktion die Widersprüche von Stadt und Verwaltung perfekt aufgezeigt. Allein dafür gebührt ihnen unsere Solidarität, anstatt sie zu kriminalisieren. Eine Stadt wie Göttingen muss genug Geld haben, um aureichend und guten Wohnraum für alle Menschen zu schaffen und gleichzeitig Kitas und Schulen auszubauen.“

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Weitere Informationen finden sich z.B. auf dem Blog der Nansen1: https://nanseneins.noblogs.org/post/2018/05/07/keine-argumente-stadt-raeumt-besetztes-wohnheim/

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