[PM] Razzien gegen Göttinger G20-Gegner*innen: GRÜNE JUGEND verurteilt Vorgehen der Polizei und solidarisiert sich mit Betroffenen

// 5. Dezember 2017 // Allgemein

Die GRÜNE JUGEND Göttingen kritisiert die seit den Morgenstunden bei Göttinger G20-Gegner*innen durchgeführten Hausdurchsuchungen scharf. Hintergrund sind Ermittlungen gegen Personen, die an einer Demonstration im Hamburger Stadtteil Rondenbarg teilgenommen haben sollen, bei dem es zu massiver Polizeigewalt und mehreren schwerverletzten Demonstrant*innen gekommen war. Bei den Razzien wurden zwei Personen verletzt, ein Mensch musste mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Die GJ verurteilt das brutale und martialische Vorgehen der Polizei und solidarisiert sich mit den Betroffenen. 
Dazu eine Aktivistin der GJ: „Die heutigen Razzien sind eine skandalöse politische Inszenierung. Hier geht es nicht um die Aufklärung von Straftaten, sondern um die nachträgliche Legitimierung des völlig aus dem Ruder gelaufenen Polizeieinsatzes beim G20-Gipfel und um Schikane gegen politisch Aktive. Der Staat verliert gerade die Deutungshoheit über die G20-Geschehnisse und reagiert jetzt mit einer medialen Show. Der äußerst fragwürdige Prozess gegen den Gipfelgegner Fabio, der kürzlich gegen den massiven Widerstand der Staatsanwaltschaft erst nach Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen wurde, hat gezeigt, dass ihre Version bröckelt. Diese Hausdurchsuchungen werden wenig bis keine Erkenntnisse zu Tage fördern. Wir vertrauen darauf, dass hier von allen Seiten eine kritische Berichterstattung erfolgt.“

Ein Aktivist ergänzt: „Dass bei den Razzien hier in Göttingen Menschen verletzt wurden, zeigt ebenfalls, mit welcher Intention vorgegangen wird. Es geht um Einschüchterung. Wer Türen eintritt ohne zu klingeln, möchte damit eine bestimmte Wirkung erzielen. Der Staat greift mit den Hausdurchsuchungen nicht nur tief in die Privatssphäre der Betroffenen ein, sondern schreckt durch die pyschologische Wirkung Menschen ab. Auch die Beschlagnahmung von Gegenständen von Personen, die zur Zeit der G20-Proteste nicht in Hamburg waren, ist absolut skandalös. Wir hoffen, dass die Betroffenen sich von diesen entwürdigenden Praktiken nicht verunsichern lassen. Betroffen sind Einzelpersonen, gemeint sind wir alle!“

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