[PM] Verletzte Demonstrant*innen und Polizeigewalt überschatten erfolgreiche Blockaden gegen Naziaufmarsch in Duderstadt

// 23. Oktober 2016 // antifa, Antirassismus, Pressemitteilungen

antifa-300x300Ein Aufmarsch des neonazistischen „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ in Duderstadt musste aufgrund von Blockaden des Duderstädter Bündnis gegen Rechts und Göttinger Antifaschist*innen verkürzt und umgeleitet werden. Die GRÜNE JUGEND Göttingen sieht diese solidarische Zusammenarbeit als großen Erfolg und als Niederlage des FKTN. Gleichzeitig kritisiert die GJ Göttingen das zum Teil äußerst brutale Auftreten der Polizei. Mindestens drei Gegendemonstrant*innen mussten im Krankenhaus behandelt werden, einer davon wurde schwer im Gesicht verletzt. Die GJ Göttingen kritisiert das Vorgehen der Polizei auf das Schärfste und fordert eine umfassende Aufklärung der Vorfälle.

Dazu ein Mitglied der GJ: „Dieser Tag war eine Niederlage für die Nazis. Der schrumpfenden Schar der Neonazis wurden gemeinsam von Duderstädter und Göttinger Antifaschist*innen die Grenzen aufgezeigt. Auch in Duderstadt wurde der Schritt vom symbolischen Protest zum direkten Widerstand bewältigt. Vor einem Jahr hat sich der FKTN in Duderstadt gegründet, jetzt ist klar: Für die Nazis gibt es keine Heimspiele mehr, sie müssen überall mit massivem Widerstand rechnen.“

Das GJ-Mitglied weiter: „So groß wie die Freude über den antifaschistischen Erfolg ist aber auch das Unverständnis und die Wut über das Vorgehen der Polizei. Schon im Vorfeld der Proteste wurde ein Demonstrant von einem Polizisten in der Bahnhofsstraße schwer im Gesicht verletzt. Polizeibeamte versuchten einen von ihnen herbeigerufenen Rettungswagen sogar noch an der Abfahrt zu hindern, um die Personalien des Verletzten aufzunehmen und diesen abzufilmen. Nach der erfolgreichen Blockade griffen Beamte mit Faustschlägen und Schlägstöcken diese an und verletzten mindestens drei Menschen am Kopf. Ein Anlass war nicht erkennbar, die Nazis waren zu diesem Zeitpunkt schon weitergezogen. Angeblich geschah der Übergriff wegen einzelner vermummter Demonstrant*innen. Wenn es tatsächlich wegen solcher Geringfügigkeiten zu diesem Gewaltexzess gekommen ist, dann wäre das vollkommen unverhältnismäßig.“

Kommentar schreiben