PM: Vortrag und Aktion der GRÜNEN JUGEND zum Internationalen Tag gegen Homo- und Trans*phobie

// 7. Mai 2015 // Aktionen, Gender, Pressemitteilungen

Das Bild ist in den Farben schwarz und weiß und zeigt eine Frau mit erhobener Faust in einem fünfeckigen Stern.Am 17. Mai ist internationaler Tag gegen Homo- und Trans*phobie. Die GRÜNE JUGEND veranstaltet zu diesem Anlass einen Vortrag mit der Religionswissenschaftlerin Leyla Jagiella zu dem Thema „Islamophobie, Homophobie, Trans*phobie- von alten und neuen Bettgefährten“ am 11. Mai um 18 Uhr im Apex. Außerdem wird es am 16. Mai ein Same-Sex-Hand-Holding mit Kundgebung in der Innenstadt am Gänseliesel geben.

Ein Mitglied der GJ äußert sich dazu wie folgt: „Unzählige Menschen sind alltäglich von Ausgrenzung und Diskriminierung aufgrund ihrer Sexualität oder Geschlechtsidentität bedroht und werden mit gesellschaftlich fest verankerten Vorurteilen konfrontiert. Gleichgeschlechtliche Liebe genauso wie geschlechtliche Identitäten jenseits der binären Vorstellungen von „Frau“ und „Mann“ gelten immer noch als Abweichung von der heterosexuellen Norm und werden in vielen Teilen der Gesellschaft nicht akzeptiert. So hetzen „Besorgte Eltern“, AfD und Pegida gegen Bildunspläne für sexuelle Vielfalt und verbreiten antifeministische, homo- und trans*feindliche Parolen, indem sie den sogenannten „Gender-Wahnsinn“ proklamieren und vor der angeblichen Frühsexualisierung von Kindern warnen. Für solche menschenfeindlichen Einstellungen darf kein Platz sein! Statt Unterstützung erleben viele Menschen Ausgrenzung und Diffamierung. Dafür stehen hohe Zahlen von gewalttätigen Übergriffen gegen Trans*personen und die vergleichsweise höheren Suizidraten von homosexuellen und trans*sexuellen Jugendlichen. Es darf nicht sein, das Homo- und Trans*phobie in dieser Gesellschaft Alltag sind. Mit dem Same-Sex-Hand-Holding am 16.5 wollen wir Vielfalt sichtbar machen und ein deutliches Zeichen setzen für Toleranz und Akzeptanz.“

Ein weiteres Mitglied ergänzt: „Die vielen antimuslimischen Ressentiments, die derzeit in der deutschen Öffentlichkeit vorherrschen, sind eng mit dem Vorurteil eines grundlegend frauenfeindlichen und homophoben Islams verknüpt. So gilt der muslimische Mann als Unterdrücker der Frau und muslimische Frauen werden pauschal als Opfer dargestellt, die von der westlichen Welt befreit werden müssen. Genau hier setzt unter anderem auch die Rethorik von AfD und Pegida an, die gegen die angebliche „Islamisierung des Abendlands“ auf die Strasse gehen. Wir wollen uns aktiv gegen antimuslimischen Rassismus stellen und die Verknüpfung, der Islam sei (per se) homo- und trans*phob aufbrechen. Deshalb laden wir dazu zu einem Vortrag am 11. Mai im Apex ein.“

Der Internationale Tag gegen Homo- und Trans*phobie geht auf den 17. Mai 1990 zurück, an dem die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität endlich aus ihrem Diagnoseschlüssel strich.
Den Ankündigungstext zum Vortrag, sowie Infos zur Vortragenden finden Sie unten.

Vortrag: 11.5. | 18 Uhr | Apex (Burgstr. 46)
Same-Sex-Hand-Holding: 16.5. | 15 Uhr | Gänseliesel

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Islamophobie, Homophobie, Trans*phobie – von alten und neuen Bettgefährten

In derzeitigen öffentlichen Diskursen wird der Islam oft als eine Religion beschrieben, die sich sexueller und geschlechtlicher Diversität besonders verschließen würde. Die offizielle Haltung zahlreicher etablierter „Islamverbände“ scheint diese Diskurse oft zu bestätigen. Während sie nicht selten auch ihren Niederschlag im offenen islamfeindlichem Rassismus finden. Die Geschichte homoerotischer Poesie und gesellschaftlich etablierter Gendervarianz in zahlreichen traditionellen muslimischen Gesellschaften wiederum scheint diesen Diskursen zu widersprechen. Homosexuelle, transsexuelle, queere Muslime, die als „doppelte Minderheit“ in westlichen mehrheitlich nicht-muslimischen Gesellschaften wie der der heutigen BRD leben, finden sich hier oft „zwischen den Stühlen“ wieder. Nicht selten haben sie in ihrem Leben sowohl mit rassistischer Diskriminierung, als auch mit heteronormativer Diskriminierung zu kämpfen. Wie sie selbst den zahlreichen Ängsten unserer Gesellschaft die Stirn bieten, davon soll dieser Vortrag berichten.

Die Referentin Leyla Jagiella ist Religionswissenschaftlerin an der Universität Bayreuth, wo sie unter anderem zu dem Thema „Gender und Sexualität in muslimischen Kontexten“ forscht. Sie ist Muslima und Transfrau und in diversen liberalen, progressiven und queeren muslimischen Initiativen in Deutschland, Großbritannien und anderswo aktiv.

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