[PM]Pressemitteilung des feministischen Bündnisses Göttingen zur Demonstration am 10. März

// 11. März 2018 // Gender, Pressemitteilungen

Im Nachgang der gestrigen Frauen*kampftagsdemonstration hat das feminstische Bündnis Göttingen eine Pressemitteilung veröffentlicht. Diese wollten wir hier im folgenden zur Verfügung stellen:

Rund 450 Menschen beteiligten sich in der Göttinger Innenstadt an der Demo gegen den sexistischen Normalzustand.

Laut und entschlossen startete der Demonstrationszug anlässlich des internationalen Frauen*Lesben*Trans*Inter*-Kampftages am Gänseliesel und zog durch die Innenstadt. Das 8. März Bündnis 2018 hatte zu einer großen Demonstration unter dem Motto „We Still Resist – Jeden Tag feministisch kämpfen!“ aufgerufen.

Eine Sprecher*in des Bündnisses dazu: „Immer noch werden viele Menschen Tag für Tag aufgrund ihrer Geschlechtsidentität, Hautfarbe oder ihrer Sexualität diskriminiert. Anders als rechte Akteur*innen es häufig darstellen, ist dies jedoch kein importiertes Problem, sondern ein
Grundstein jeder patriarchalen Gesellschaft, also auch der deutschen. Für Sexismus gibt es alltäglich viele Beispiele, von ungleicher Bezahlung von Lohnarbeit, über die Abtreibungsparagraphen und das ständige Unsichtbarmachen von Trans*- und Inter*Personen, bis hin zu sexuellen Übergriffen. Das muss sich endlich ändern! Deshalb gehen wir heute auf die Straße, um uns jeder Form von Diskriminierung entgegen zu stellen.“

Dafür brauche es einen Feminismus, der „kämpferisch, antirassistisch, antikapitalistisch, internationalistisch, trans*inter*nicht-binär*inklusiv, antinational und gegen jede Form von
Herrschaft und patriarchale Gewalt ist. Er soll uns und allen Menschen ermöglichen, eines Tages ohne Angst und ökonomische Nachteile verschieden sein zu können“, hieß es in dem Aufruf des Bündnisses. Dies wurde auf der Demo durch verschiedene Redebeiträge wie zum Beispiel zu
der feministischen Frauenbewegung in Rojava, der rechten Kampagne #120db und zur Verwobenheit von Sexismus und Rassismus deutlich. Die Demonstration war laut, bunt und kraftvoll. Sie verlief weitgehend friedlich. In der Jüdenstraße kam es jedoch zu einem Übergriff durch die
Polizei. Circa 6 Polizist*innen hielten eine*n Demo-Teilnehmer*in fest, um wegen einer vermeintlichen Ordnungswidrigkeit die Personalien aufzunehmen. Eine*r Demo-Teilnehmer*in wurde dann bei dem Versuch, die festgehaltene Person zu unterstützen, von einem Polizisten* ins Gesicht geschlagen. Dazu ein*e Sprecher*in des Bündnisses: „Genau diese staatlichen Repressionen sind es, die uns auf die Straße treiben! Willkürlich Leute aus einer friedlichen Demo zu ziehen, verstehen wir als pure Provokation und als Angriff auf uns alle! Wir erklären uns solidarisch mit den betroffenen Genoss*innen.“

Bereits am Donnerstag hatte eine Demonstration des Bündnisses stattgefunden, bei der Frauen*, Lesben*, Trans*- und Inter*Menschen sich symbolisch die Nacht zurückerobert hatten. Diese verlief ohne Zwischenfälle.

Die Demonstration ist eingebettet in einen feministischen Aktionsmonat mit vielen verschiedenen Veranstaltungen zu unterschiedlichen feministischen Themen. Mehr Infos unter:
https://www.facebook.com/FemGoe/

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