Redebeitrag auf der Kundgebung gegen Zirkus Krone

// 26. Juni 2011 // Aktionen, Tierschutz

Wanderzirkusse, die Tiere als Teil ihrer Show haben, sind in Europa leider immer noch verbreitet. Und das, obwohl schon lange bekannt ist, dass eine artgerechte Tierhaltung in solchen Wanderzirkussen nicht möglich ist und die Dressur nie so schön „sanft“ ist, wie oft behauptet wird. Eine farbenfrohe, pompöse Show verschleiert das alltägliche Leiden der Tiere. So werden gerade große und sehr aktive Wildtiere auf viel zu engem Raum, ohne Bewegungsfreiheit, gehalten, wodurch jegliche natürlichen Verhaltensweisen oder Beschäftigungen unterbunden werden. Dies führt häufig zu psychischen Verhaltensstörungen. Elefanten wippen durch Kettenhaltung nur noch von der einen auf die anderen Seite und Affen fangen vor lauter Langeweile an, notorisch an Gitterstäben zu lecken.
Auch die klimatischen Verhältnisse machen vielen Wildtieren zu schaffen. So leiden Bären in den Sommermonaten unter der Hitze und Löwen im Winter unter der Kälte.
Aufgrund des mangelnden Platzes kommt es außerdem auch zu Rangkämpfen zwischen den Tieren. Da es keine Rückzugs- oder Ausweichmöglichkeiten gibt, können diese Kämpfe selbst bei Hunden oder Pferden mit schweren Verletzungen oder sogar tödlich enden.

Die Dressur der Tiere läuft natürlich auch nicht ohne Verletzungen ab. So werden zum Beispiel immer noch metallene „Elefantenhaken“ eingesetzt, deren scharfe Spitze dazu genutzt wird, den Elefanten in ihre sehr empfindliche Haut zu stechen. Andere Geräte, die zum Einsatz kommen, sind Peitschen, Knüppel oder Elektroschocker.
Es ist außerdem üblich Wildtieren Medikamente zu verabreichen, um sie ruhig zu stellen, oder ihnen werden die Zähne entfernt.
Hinzu kommt, dass die Tiere permanent unter Stress stehen, sich entgegen ihrer Instinkte verhalten müssen und gezwungen werden für ihre Art und ihr Wesen völlig anormale „Kunststücke“ vorzuführen. Das ist nicht nur vollkommen unnatürlich sondern auch absolut entwürdigend. Kein freier Mensch würde solch ein Kunststückchen mit sich machen lassen und wer sind wir, dass wir uns homo sapiens aus der Gattung der Säugetiere über andere Lebwesen erheben. Auch Raben denken, auch Hunde haben Einfühlungsvermögen, Delfine kommunizieren. Und deshalb hat jedes Tier wie auch jeder Mensch seine Würde.

Sind die Tiere dann irgendwann zu alt, nicht mehr interessant oder aufgrund von Verletzungen und Krankheiten körperlich nicht mehr in der Lage dem Zirkus zu dienen, werden sie entweder permanent in Käfige gesperrt oder an andere Zirkusse oder Zoos abgegeben. In manchen Ländern werden sie sogar an Jagdfarmen verkauft, wo sie dann zur Unterhaltung von Freizeitjägern erschossen werden. Sie verbringen also auch den Rest ihres Lebens nicht etwa in komfortabler Rente, sondern immer noch eingesperrt und in Elend.
Andere Länder, wie zum Beispiel Österreich, Schweden oder Dänemark, haben die Haltungsmöglichkeiten bereits durch Gesetze eingeschränkt oder sogar verboten. Deutschland sollte diesem Beispiel folgen und jede einzelne Person sollte sich dagegen entscheiden, Wanderzirkusse mit Tieren, wie auch Zirkus Krone, mit ihrem Besuch finanziell zu unterstützen. Und es gibt Alternativen, wie etwa den Zirkus Flic Flac, die auf Tiere vollständig verzichten.

Gerade Kinder sind die Zielgruppe, die Zirkusse mit wilden Tieren ködern wollen. Es ist klar, dass ein majestätisch von einem Plakat herabblickender Löwe Kinderherzen höher schlagen lässt. In diesem Fall ist es aber die Pflicht der Eltern, für Aufklärung zu sorgen. Es muss klar gestellt werden, dass ein Löwe in die Wildnis gehört und nicht in die Manege. Es ist wichtig, Kindern früh zu vermitteln, dass Tiere keine Spielzeuge sind und dass es keineswegs den Normalzustand darstellt, wenn ein Tiger durch einen brennenden Reifen springt.

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