Selbstverständnis der GRÜNEN JUGEND Göttingen in Einfacher Sprache

// 19. Juni 2015 // Soziales

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Dieses Bild steht für Leichte Sprache

Viele Texte sind sehr schwer zu verstehen.
Auch die Texte der GRÜNEN JUGEND Göttingen.
Das ist ein großes Problem.
Viele Menschen können diese Texte nicht gut verstehen.
Deswegen gibt es die Einfache Sprache und die Leichte Sprache.
Beide sind sehr gut zu verstehen.
Wir wollen verstanden werden.
Deswegen haben wir in Einfacher Sprache geschrieben, wer wir sind.

Selbstverständnis:
Wer sind wir? Was machen wir?

Anmerkung:
Manche Menschen sind keine Frau und kein Mann.
In unserer Sprache wird das nicht deutlich.
Wir sprechen nur von er oder sie.
Das Sternchen * in diesem Text schreiben wir für Menschen, die keine Frau und kein Mann sind.
Wir schreiben zum Beispiel Freund*innen.

Wir sind die Grüne Jugend.
Wir sind junge Menschen unter 28 Jahren.
Viele von uns studieren an der Universität.
Andere gehen zur Schule oder arbeiten.
Wir treffen uns einmal in der Woche.
Wir sprechen über Politik und überlegen, wie wir gerne leben möchten.
Jede*r kann in unsere Gruppe kommen.
Niemand muss sich anmelden oder Mitglied in der Grünen Partei sein.
Wir sind eine basisdemokratische Gruppe.
Basisdemokratie heißt, dass alle ihre Meinung sagen können und jede Meinung gleich wichtig ist.
Niemand kann mehr entscheiden als die anderen.
Wenn wir etwas entscheiden, müssen alle Menschen einverstanden sein.
Alle können sagen, wenn ihnen etwas nicht gefällt.
Wenn eine Person nicht zufrieden ist, reden wir weiter.
Wir reden so lange, bis alle mit der Entscheidung zufrieden sind.
Manchmal sind Menschen weniger überzeugt als andere.
Sie können dann, wenn es für sie in Ordnung ist, trotzdem dafür sein.
Wenn jemand etwas überhaupt nicht gut findet, kann er oder sie* stopp sagen.
Dann kann die Gruppe nicht entscheiden.
Wichtig ist, dass niemand unglücklich mit der Entscheidung ist.

Wir wünschen uns, dass alle frei entscheiden können, wie sie leben wollen.
Niemand soll über andere Menschen bestimmen.
Wenn alle gleichviel zu sagen haben, ist das ein guter Anfang.
Wir wollen nicht, dass wenige Politiker*innen über alle Menschen entscheiden können.
Alle sollen mitbestimmen können.

In unserer Arbeit bilden wir Bündnisse.
Das heißt wir arbeiten mit anderen Gruppen zusammen.
Diese Gruppen haben ähnliche Ziele wie wir.

Unsere Ziele sind:

Wir möchten keinen Kapitalismus.
Im Kapitalismus sind wenige Menschen sehr reich und viele Menschen sehr arm.
Die wenigen Menschen können nur reich sein, weil so viele arm sind.
Das finden wir ungerecht und wir möchten das ändern.

Wir sind auch gegen Nationalstaaten.
Zu einem Staat gehören manche Menschen dazu und manche nicht.
Die Menschen, die nicht dazu gehören, haben weniger Rechte.
Wir möchten, dass alle Menschen auf der ganzen Welt gleichviele Rechte haben.
Zum Beispiel dürfen viele Menschen nicht nach Deutschland kommen, weil sie nicht hier geboren sind.
Manche Menschen müssen sogar weg aus Deutschland, obwohl sie hier geboren sind.
Wir möchten dass es keine Staaten und Grenzen gibt.
Wegen den Grenzen können Menschen nicht immer dahin gehen, wo sie gerne hinmöchten.

Wir möchten die Natur beschützen.
Viele Menschen machen Dinge, die für die Natur schlecht sind.
Sie gehen schlecht mit ihr um und machen viel kaputt.
Zum Beispiel wird an vielen Stellen Wald zerstört.
Darin leben viele Tiere, die dann kein Zuhause mehr haben.
Wir Menschen machen zu viele Abgase.
Dadurch wird die Erde immer wärmer.
Und es gibt viele Überschwemmungen, trockene Zeiten und Stürme.
Zu wenige Menschen machen etwas dagegen.
Wir wollen etwas dagegen tun!

Wir sind gegen Rassismus.
Menschen mit weißer Hautfarbe haben viele Rechte.
Schwarze und People of color haben nicht die gleichen Rechte.
People of Color sind Menschen, die nicht weiß sind.
Sie werden oft von weißen Menschen diskriminiert.
Das heißt sie werden anders behandelt, als Weiße.
Zum Beispiel werden sie oft von Polizist*innen kontrolliert, ohne dass sie etwas gemacht haben.
Sie finden oft keinen Arbeitsplatz oder keine Wohnung.
Und sie werden angegriffen und beleidigt.
Wir wollen Rassismus bekämpfen!

Wir sind gegen Sexismus.
Es gibt Sexismus, weil Menschen in Männer und Frauen eingeteilt werden.
Viele Menschen wollen, dass Frauen hübsch und nett sind.
Männer sollen stark sein und viel sagen.
Wenn eine Frau sich anders verhält, finden Menschen sie oft komisch.
Zum Beispiel wenn eine Frau viel und laut redet.
Oder Fußball spielt und sich für Computer interessiert.
Andere Menschen sagen ihr, dass sie das nicht machen soll, weil sie eine Frau ist.

Es gibt Menschen, die keine Frau und kein Mann sind.
Andere Leute können damit nicht umgehen.
Sie behandeln solche Menschen dann schlecht.
Wir möchten, dass Menschen nicht mehr in Mann und Frau eingeteilt werden.
Wir möchten, dass alle Menschen so sein können, wie sie sind.

Wir sind gegen Homophobie.
Nicht alle Frauen verlieben sich in Männer.
Und nicht alle Männer verlieben sich in Frauen.
Frauen können sich auch in Frauen verlieben.
Und Männer können sich auch in Männer verlieben.
Manche Menschen finden, dass das nicht so sein soll.
Sie wollen nicht, dass Frauen Frauen und Männer Männer lieben.
Frau-Frau und Mann-Mann Paare werden oft schlecht behandelt.
Viele Menschen schauen solche Paare böse an.
Oder sie beschimpfen sie und greifen sie sogar an.
Paare mit gleichem Geschlecht haben nicht die gleichen Rechte wie ein Frau-Mann Paar.
Wenn eine Frau und ein Mann heiraten wollen, ist das kein Problem.
Wenn aber eine Frau eine Frau heiraten will, geht das nicht.
Und ein Mann darf auch keinen Mann heiraten.
Wir möchten, dass alle sich lieben dürfen.
Alle Paare sollen die selben Rechte haben.
Es soll keine Unterschiede geben.

Wir sind für Feminismus.
Frauen* haben weniger Macht als Männer.
Sie verdienen zum Beispiel weniger Geld als Männer.
Viele sagen: Frauen sollen sich um Kinder kümmern.
Sie sollen Hausarbeiten machen.
Zum Beispiel Putzen und Kochen.
Männer kümmern sich nicht so viel um Kinder.
Sie machen weniger Hausarbeiten.
Das ist ungerecht.

Wir möchten, dass Frauen* mutig sein dürfen.
Wir möchten, dass Frauen* sich alles zutrauen dürfen.
Wir möchten, dass sie mindestens genauso viel sagen, wie Männer.
Wir möchten, dass Frauen* nicht unterdrückt werden.
Deshalb unterstützen wir Frauen* in unserer Gruppe.
Unser Ziel ist, dass sie aktiv sind und für ihre Rechte kämpfen.
Jede Frau* soll über sich selbst bestimmen können.

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